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Die weltweite Datenlage zeigt konsistent, dass Frauen, die sich mit SARS-CoV-2 infiziert haben, eine geringere Morbidität, geringere Schwere der COVID-19-Erkrankung und ein besseres Behandlungsergebnis haben. Eine chinesische Studie versuchte, die Ursachen dafür zu eruieren und kam zu dem Ergebnis, dass Estradiol und Anti-Müller-Hormon möglicherweise protektiv wirken könnten.

Die vorliegende Studie analysierte die Korrelation zwischen Menstruationsstatus, weiblichen Sexualhormonen und Schwere sowie Behandlungsergebnis einer COVID-19-Erkrankung bei 509 Frauen unter 60 Jahren. Es zeigte sich, dass menopausale Frauen zwar weniger schwere Erkrankungen durchmachten und ein besseres Therapieergebnis erzielten als gleichaltrige Männer (p<0,01), aber eine längere Hospitalisierungsdauer aufwiesen als Frauen vor dem Klimakterium (HR: 1,91; p=0,033). Sowohl Estradiol als auch das Anti-Müller-Hormon wiesen eine negative Korrelation mit der Schwere der SARS-CoV-2-Infektion auf (p=0,029). Estradiol schien außerdem für die Zytokinregulierung vor dem Hintergrund von Inflammation und autoimmunologischen Prozessen bedeutsam zu sein: Es war negativ korreliert mit verschiedenen Inflammationsmarkern des Immunsystems wie IL-R2, IL-6, IL-8 und TNFα in der Lutealphase und mit dem Komplementfaktor C3 in der Follikelphase.

Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass eine Hormontherapie das Outcome von COVID-19-Patienten verbessern könne.

Ding T, Zhang J, Wang T et al. Potential Influence of Menstrual Status and SexHormones on female SARS-CoV-2 Infection: A Cross-sectional Study from Multicentre in Wuhan, China. Clinical Infectious Diseases. 22 July 2020.

https://academic.oup.com/cid/article/doi/10.1093/cid/ciaa1022/5875093

 

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