93. DGN-Kongress erfolgreich online gestartet // Über 7.600 Teilnehmer dabei!

© DGN/Claudius Pflug

Gestern fiel der Startschuss für den 93. DGN-Kongress. Bereits über 7.600 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben sich für den Online-Kongress angemeldet, ein großer Erfolg, der aber nicht von ungefähr kommt: Die DGN hat ein Konzept erarbeitet, das ein spannendes Live-Erlebnis mit hoher Interaktivität erlaubt und auch durch Edutainment punktet. Zur Eröffnung räumte Alice Schwarzer mit geschlechtsspezifischen Vorurteilen in der Medizin auf und beleuchtete kritisch die Repräsentanz von Frauen in hohen Positionen der Neurologie, rbb-Moderator Jörg Thadeusz führte gewohnt charmant durchs Programm.

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Virtuelle Veranstaltungsformate liegen nicht nur im Trend, sondern sind zur Notwendigkeit geworden bzw. einzige Option in Zeiten von SARS-CoV-2, sich in größeren Gruppen auszutauschen, weiterzubilden und zu vernetzen. Ärztinnen und Ärzte unterliegen wie kaum eine andere Berufsgruppe dem Zwang, sich kontinuierlich fortzubilden, was in Zeiten der Pandemie aber zunehmend eine Herausforderung darstellt und nach fast acht Monaten zu einer gewissen „Online-Ermüdung“ geführt hat. Denn viele Kongresse werden einfach 1:1 auf digital übertragen – ohne Rücksicht auf Verluste, genauer: ohne Rücksicht auf die Erfordernisse des Online-Mediums.

Es beginnt mit der Zeitplanung: Bei einem Präsenzkongress nehmen sich die Ärzte frei, fahren zum Kongress und widmen sich 2–3 Tage komplett der Fortbildung und des Netzwerkens. Doch welche Ärztin oder welcher Arzt nimmt sich für eine Online-Fortbildung drei Tage frei und sitzt von morgens bis abends am Rechner? Auch die übliche Vortragdauer von 60 oder 90 Minuten ist zu lang, die Aufmerksamkeitsspanne ist am Rechner nun einmal deutlich kürzer. Beliebte Formate wie Podiumsdiskussionen oder Pro-Contra-Debatten fallen hingegen oft ganz weg. Hinzu kommt die rezeptionsästhetisch mitunter fragwürdige Übertragung von Arbeitszimmer zu Arbeitszimmer: Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind es leid, Vorträge von schlecht ausgeleuchteten und akustisch schwer zu verstehenden Referierenden aus Froschperspektive zu hören.

„Das war uns Ansporn, mit dem DGN-Kongress einen neuen Standard zu setzen und ein Konzept zu entwickeln, das die Chancen des digitalen Mediums nutzt und nicht dagegen arbeitet“, erklärt David Friedrich-Schmidt, Leiter Projekte & Administration der DGN Dienstleistungsgesellschaft mbH. „Uns war es wichtig, unseren Kongressbesuchern auch aus dem digitalen Exil ein spannendes Live-Erlebnis mit hoher Interaktivität zu bieten.“

Friedrich-Schmidt hat mit seinem Team ein Konzept entwickelt, das einem Präsenzkongress an Attraktivität nicht nachsteht: In den späten Nachmittags- und Abendstunden wird an den Kongresstagen auf drei (an einem Tag sogar vier) parallelen Kanälen ein Live-Programm übertragen, aufwändig und hochprofessionell produziert in großen Studios in Berlin. Die einzelnen Sitzungen des Live-Programms werden von Top-Experten geleitet, dauern 60 Minuten und beinhalten viele interaktive Elemente wie Votings und Publikumsbewertungen. Im Anschluss stehen 30 Minuten für Fragen oder Diskussionen zur Verfügung. Die Formate wurden so gewählt, dass neben der Wissenschaftlichkeit und dem Innovationswert der Inhalte, auch Interaktivität und ein gewisser Unterhaltungswert geboten wird, mit einem Fokus auf Pro-Contra-Diskussionen, Interview- oder Gesprächsformate. Den täglichen Höhepunkt des Live-Programm bildet der Wissenschaftstalk „Remains of the Day“, bei dem Expertinnen und Experten der Fachgesellschaft die Vorträge auswerten, die Daten diskutieren und einordnen. „Ob die Teilnehmer die Veranstaltung im ‚Arbeitsmodus‘ im Büro oder als Feierabendevent mit einem Glas Wein auf der Couch verfolgen, bleibt Ihnen überlassen – die Grundbedürfnisse beider Rezeptionsformen, Informationsgewinn und Entertainment, kommen in keinem Fall zu kurz“, erklärt Friedrich-Schmidt.

Den Kongressauftakt bildete gestern die Eröffnungsveranstaltung unter Mitwirkung von Alice Schwarzer und moderiert von rbb-Moderator Jörg Thadeusz – höchst unterhaltsam, wer die Veranstaltung verpasst hat, kann das nachholen. Sie steht als Webcast zur Verfügung, so wie auch alle anderen Veranstaltungen der Live-Kanäle.

Das ist das Spannende an dem Konzept, das die DGN für ihren Jahreskongress gewählt hat: Die Vorsitzenden und Referenten sind live vor Ort, was den Vorteil hat, dass eine authentische Gesprächs- und Diskussionsatmosphäre entsteht. Kurzfristig wurde das Konzept allerdings der aktuellen Pandemiesituation angepasst, das Live-Programm bestreiten nun wenige Expertinnen und Experten vor Ort, die meisten Referentinnen und Referenten werden online zugeschaltet. „Natürlich erfüllen wir auch bei den Zuschaltungen einen hohen technischen Qualitätsanspruch“, erklärt Friedrich-Schmidt. „Durch die Diskussionen und Vorträge im Studio entsteht der Live-Charakter und dadurch das echte Kongressgefühl.“ Natürlich können die Teilnehmer mitdiskutieren, als wären sie direkt dabei. Das Live-Programm verbindet somit ein nahezu reales Kongresserlebnis mit maximaler Sicherheit: Die Teilnehmer bleiben zu Hause, sind aber dennoch mittendrin im Kongressgeschehen.

„Aber natürlich kann man in vier Tagen á 5 Stunden nicht alle Kongressinhalte unterbringen“, räumt Friedrich-Schmidt ein. Zum Kongressbeginn wurden daher mehr als 300 Vorträge und 23 CME-E-Learning-Kurse vorproduziert und auf die Kongressplattform geladen, die dann ein Jahr lang für Kongressteilnehmer als Webcasts zur Verfügung stehen. Dabei ging es den Kongressorganisatoren ebenfalls nicht um Masse, sondern um Klasse – und damit ist nicht allein die inhaltliche und wissenschaftliche Exzellenz der Vorträge gemeint: Alle Vorträge wurden von Filmteams aufgenommen, um auch bei den Webcasts einen hohen Qualitätsstandard zu gewährleisten.

„Ich denke, die hohe Resonanz zeigt, dass wir mit unserem Konzept richtigliegen. Bis dato haben sich bereits 7.600 Teilnehmerinnen und Teilnehmer angemeldet, mehr als sonst auf den Präsenzkongressen und das ist ein großer Erfolg“, so der Projektleiter. Auch denkt Friedrich-Schmidt, dass das Jahr 2020 die Kongresslandschaft nachhaltig verändern wird. „Hybrid-Formate werden sich perspektivisch durchsetzen, auch wenn das Virus Geschichte ist. Jüngere Ärztinnen und Ärzte haben ein hohes ökologisches Bewusstsein und möchten allein aus diesem Grund von vielen Kongressreisen absehen, erwarten stattdessen aber eine digitale Anbindung – wir hoffen mit unserem diesjährigen Kongress einen Standard für Online-Kongresse zu setzen, der uns zukunftsfähig macht und für alle ein passendes Angebot vorhält: Live vor Ort oder am Gerät – so, dass es für alle passt! “

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