Update der Leitlinie „Synkopen“ verfügbar

Koordinator der Leitlinie: Prof. Dr. Rolf R. Diehl, Alfried Krupp Krankenhaus Essen, (c) privat

31. März 2020 – Die S1-Leitlinie „Synkopen“ (AWMF-Registernummer: 030/072) wurde unter Federführung von Prof. Dr. Rolf R. Diehl, Essen, vollständig überarbeitet. Die Leitlinie richtet sich an ambulant oder im Krankenhaus tätige Neurologen, Internisten und Allgemeinmediziner und betrifft Patienten ab 16 Jahren mit unklaren kurzzeitigen Bewusstseinsverlusten.

Sie soll dazu beitragen, einen einheitlichen Standard zu Abklärung und Therapie von Synkopen bei allen an der Behandlung dieses Krankheitsbildes beteiligten Fachdisziplinen zu etablieren.

Die klassische Symptomatik der Synkope besteht in einer zumeist sehr kurzen Ohnmacht und einer zügigen Reorientierung nach dem Aufwachen. Häufig kommt es während der Ohnmacht zu mehr oder weniger komplexen motorischen Phänomenen, die leicht mit ähnlichen epileptischen Phänomenen verwechselt werden können.

Im Vergleich zur Vorgänger-Leitlinie hat der implantierbare Loop-Rekorder (ILR) als Diagnostikum bei ausgewählten Patienten mit mutmaßlichen vasovagalen Synkopen an Bedeutung gewonnen. Nachgewiesen wurde, dass Patienten ab 40 Jahren mit Asystolie-Aufzeichnungen im ILR bei wiederkehrenden vasovagalen Synkopen von Zweikammer-Schrittmachern profitieren. Hiermit ließ sich das absolute Risiko erneuter Synkopen um 32 Prozent reduzieren.

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