Neue Delir-Kriterien: Aktualisierte Leitlinie gibt Auskunft

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Im kürzlich publizierten Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (DSM-5) wurden die Kriterien für das Delir revidiert. Die vollständig überarbeitete S2-Leitlinie „Delir und Verwirrtheitszustände inklusive Alkoholdelir“ (AWMF-Registernummer: 030/006) bringt Neurologinnen und Neurologen in Akutkrankenhäusern und internistischen Fachabteilungen auf den neuesten Stand.

Das Delir ist eine potentiell lebensbedrohliche Erkrankung mit einer Letalität von über 30 Prozent und tritt mit zunehmendem Lebensalter immer häufiger auf. Ein Delir bedarf umgehender Diagnostik und Therapie, um sekundär verbleibende kognitive Einschränkungen zu vermeiden.

„Den revidierten Kriterien zufolge müssen Regulationsstörungen der Aufmerksamkeit vorhanden sein, die gemeinsam mit Bewusstseinsstörungen quantitativer Art (Vigilanz) oder qualitativer Art auftreten, betreffend das Denken, die Wahrnehmung oder andere kognitive und emotionale Leistungen“, erläutert Prof. Dr. Matthias Maschke, Trier, der die aktualisierte Leitlinie federführend betreut hat. Die akute Symptomatik darf nicht allein durch eine vorbestehende Erkrankung erklärt sein und sollte nicht im Zusammenhang mit einem Koma oder Erwachen aus dem Koma beobachtet werden. Frühere Begriffe wie „hirnorganisches Psychosyndrom“, „Durchgangssyndrom“ oder „akute organische Psychose“ sollten nicht mehr benutzt werden.

Zur Leitlinie "Delir und Verwirrtheitszustände inklusive Alkoholentzugsdelir"

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