Neubenennung der DGN-Preise

© iStock/skynesher

Traditionell ehrt die Deutsche Gesellschaft für Neurologie herausragende Leistungen mit einer Reihe von Auszeichnungen. Einige dieser Ehrungen waren seit Jahrzehnten nach bedeutenden Vertretern des Faches aus der Vergangenheit benannt.

Die von der DGN initiierten medizinhistorischen Untersuchungen von Prof. Dr. med. Axel Karenberg, Institut für Geschichte und Ethik der Medizin Universität zu Köln, Prof. Dr. med. Heiner Fangerau und Dr. Michael Martin, Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin, Medizinische Fakultät, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, haben allerdings gezeigt, dass sich einige der namensgebenden Neurologinnen und Neurologen sowie Neurowissenschaftlerinnen und Neurowissenschaftler in unterschiedlichem Ausmaß mit der Ideologie des Nationalsozialismus identifiziert haben. Diese Erkenntnisse führten zwangsläufig dazu, die Verknüpfung zukünftiger Ehrungen mit den Namen solcher Persönlichkeiten als unangemessen zu empfinden.

Aus diesem Grund hat das Präsidium beschlossen, die Benennungspraxis in Zukunft grundsätzlich anders zu gestalten. Im Jahr 2020 wurde auf das Verleihen von DGN-Preisen verzichtet und in einem Moratorium der Diskurs mit den Mitgliedern der DGN gesucht. Ein Teil der DGN-Mitglieder favorisiert die Bezeichnung der Preise mit Personennamen.

Bis die medizinhistorischen Untersuchungen zu potenziellen neuen namensgebenden Persönlichkeiten abgeschlossen sind, wurde vom Präsidium beschlossen, zunächst die Preise nach den sachlichen Voraussetzungen, die ihrer Vergabe zugrunde liegen, zu benennen, die Preise aber auf jeden Fall ab 2021 wieder auszuschreiben und zu verleihen.

Alle Informationen zu den Preisen, die bisherigen Preisträgerinnen und Preisträger sowie die aktuellen Ausschreibungen finden Sie hier:

Zu den Awards