Metaanalyse untersuchte Placeboanalgesie anhand bildgebender Befunde

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In einem bislang einzigartigen, internationalen Verbundprojekt analysierten Wissenschaftler um Prof. Ulrike Bingel (Klinik für Neurologie, Universitätsklinikum Essen) und Prof. Tor Wager (Cognitive and Affective Neuroscience Laboratory, Hanover, USA) fMRT-Bilder von 603 Teilnehmern aus insgesamt 20 verschiedenen Placebo-Studien. Die Ergebnisse wurden heute in „Nature Communications“ publiziert.

Bereits 2018 hatte eine Analyse des gleichen Forscherteams gezeigt, dass sich die Schmerzlinderung durch Placebos auf eine vordefinierte und bekannte Signatur der nozizeptiven Schmerzverarbeitung auswirkt, dieser Effekt aber zu gering ist, um die Placeboanalgesie ausreichend erklären zu können. Die aktuelle Untersuchung zeigte, dass der Placebo-Effekt nicht allein auf eine Unterdrückung von Schmerzimpulsen zurückzuführen ist, sondern durch neuronale Netzwerke der kognitiven und emotionalen Schmerzverarbeitung verstärkt werden muss. „Die Daten waren insgesamt sehr heterogen und zeigten, dass es sich bei der Placeboanalgesie um ein vielschichtiges Phänomen handelt, bei dem verschiedenste zerebrale Mechanismen beteiligt sind“, erklärt Professor Ulrike Bingel.

Großes Potenzial sieht die Placebo-Forscherin in der Bedeutung der Ergebnisse für pharmakologische Studien. Perspektivisch könnten Placebo-Effekte und tatsächliche Substanzwirkungen durch funktionelle bildgebende Verfahren klar differenziert werden. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.treatment-expectation.de.

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