HIV-1-assoziierte neurologische Erkrankungen: Leitlinie aktualisiert

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Zehn bis 20 Prozent der HIV-infizierten Patienten werden über eine neurologische Manifestation symptomatisch, rund 60 Prozent entwickeln im Verlauf ihrer Erkrankung eine neurologische Funktionsstörung. Die aktualisierte Leitlinie „Diagnostik und Therapie HIV-1-assoziierter neurologischer Erkrankungen“ (AWMF-Registernummer 030/044) bringt Neurologinnen und Neurologen auf den neusten Stand. Privatdozentin Dr. Katrin Hahn, Berlin, und Prof. Dr. Matthias Maschke, Trier, haben die Leitlinienarbeit koordiniert.

2014 startete UNAIDS die 90-90-90 Strategie: Bis zum Jahr 2030 sollen weltweit 90 Prozent aller HIV-infizierten Menschen diagnostiziert sein, eine antiretrovirale Therapie erhalten und mit antiretroviraler Therapie virologisch supprimiert sein. Das Spektrum der antiretroviralen Medikamente hat sich in den letzten Jahren weiter vergrößert. Obwohl die antiretrovirale Kombinationstherapie sehr gut wirkt, bestehen milde Formen des HIV-assoziierten neurokognitiven Defizits fort. Dieses therapeutische Dilemma wird sich vermutlich in Zukunft nur durch die Entwicklung neuer medikamentöser Strategien auflösen lassen, wie beispielsweise der Applikation antiretroviraler Substanzen über Nanopartikel.

Die komplett überarbeitete S1-Leitlinie „Diagnostik und Therapie HIV-1-assoziierter neurologischer Erkrankungen“ informiert über die neurologischen Systemmanifestationen der HIV-Infektion und über die mit der Immunschwäche verbundenen opportunistischen Infektionen. Sie thematisiert außerdem die Anwendung und Nebenwirkungen der gängigen antiretroviralen Medikamente sowie die Wechselwirkungen mit Begleitmedikation.

Zur Leitlinie "Diagnostik und Therapie HIV-1-assoziierter neurologischer Erkrankungen"