Aktuelle Informationen und News aus dem Journal Club

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die Pandemie der durch das Coronavirus (SARS-CoV-2) ausgelösten Erkrankung COVID-19 stellt uns alle vor besondere Herausforderungen und Belastungen, egal, ob wir in der Klinik oder Praxis arbeiten. Entscheidend für unsere Tätigkeit sind stets die allgemeinen Empfehlungen des RKI. Die dort formulierten allgemeinen Vorsichtsmaßnahmen und Empfehlungen gilt es konsequent umzusetzen.

Aus Sicht der Deutschen Gesellschaft für Neurologie möchten wir auf einige wichtige Punkte hinweisen.

Teilnehmerzahlen an Konferenzen und Besprechungen müssen auf das Notwendigste reduziert werden. Sicherheitsabstände von idealerweise 2 Metern zwischen den teilnehmenden Personen sind einzuhalten oder die betreffenden Veranstaltungen müssen digital abgehalten werden.

In den meisten Kliniken gibt es vorgesehene COVID-19-Isolier- und Intensivstationen. Die Neurologischen Stationen, insbesondere Intensivstation und Stroke Unit, werden für die Beatmung von COVID-19-Patienten in aller Regel nicht herangezogen, so dass die Akutversorgung von Schlaganfällen und anderen neurologischen Notfällen uneingeschränkt erfolgen kann.

Inzwischen ist gut belegt, dass SARS-CoV-2 auch das zentrale und periphere Nervensystem betreffen kann. Riech- und Geschmackstörungen sind ein frühes und manchmal auch das einzige Symptom der Erkrankung. Es gibt zahlreiche Fallserien und Erhebungen zu neurologischen Symptomen und Folgeerscheinungen während und nach einer COVID-19-Erkrankung. Da es oft nicht einfach ist, Enzephalopathien, Schlaganfälle und periphere Nervenläsionen bei schwerer erkrankten Personen zu erkennen, ist unser fachliches Wissen in der Pandemie gefordert. COVID-19-Patienten sollten immer neurologisch mitbetreut werden.

Wichtig ist aber auch, dass unsere Patienten keine Einschränkungen in der elektiven (ambulanten oder stationären) Versorgung erfahren! Im Krankenhaus sollte vor oder bei Aufnahme getestet werden. Bei ambulanten Patienten sollte am besten telefonisch vorab nach Symptomen, Kontakten und Aufenthalt in Risikogebieten gefragt und ggf. ebenfalls getestet werden. Die Möglichkeit von (Video-)Telefonsprechstunden sollte, wo es vertretbar erscheint, genutzt werden.

Sofern keine höhergradigen Behinderungen oder besondere Risikofaktoren vorliegen, kann in aller Regel die Langzeittherapie neurologischer Erkrankungen auch während der Pandemie fortgeführt werden. Empfehlungen zu den einzelnen Krankheitsgruppen finden sich in der S1-Leitlinie der DGN. Wichtig ist die Sektoren-übergreifende Zusammenarbeit in dieser uns alle betreffenden Situation. Wir müssen hier in besonderem Masse zeigen, dass wir als Neurologie zum Wohle unserer Patienten zusammenstehen.

Herzliche Grüße

Prof. Dr. med. Christin KleinProf. Dr. med. Peter Berlit
DGN-PräsidentinDGN-Generalsekretär


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