Dubiose Vorwürfe

Prof. Dr. med. H.-C. Diener
Prof. Dr. med. H.-C. Diener

10. September 2015 – Mehrere Hundert Neurologen arbeiten kontinuierlich ehrenamtlich an den über 100 neurologischen Leitlinien der DGN. Sie tragen dazu bei, dem Arzt einen Überblick über die Gesamtbreite wissenschaftlicher Publikationen und klinischer Studien zu ermöglichen, um flächendeckend evidenzbasierte Behandlung der Vielzahl neurologischer Erkrankungen zu ermöglichen.

Die gültigen und sehr aufwändigen Regeln für Transparenz und zur Findung ausgewogener Empfehlungen bei der Leitlinienerstellung werden peinlich genau eingehalten und öffentlich dokumentiert. Dennoch wird in den Medien selten darüber berichtet, welchen Beitrag die Leitlinien-Autoren mit erheblichem zeitlichem Aufwand dazu leisten, die neurologische Krankenversorgung in Deutschland zu optimieren und die Behandlung der Patienten an wissenschaftlichen Kriterien zu orientieren. Im Gegenteil: Seit kurzem sehen sich vielmehr Leitlinienautoren, die sich mit hochkarätigen Studien und Beratungsleistungen an wichtigen Medikamentenentwicklungen beteiligt hatten, in Publikumsmedien einseitig als „dubios“ oder „korrupt“ bezeichnet – rein spekulativ und das leider populäre Vorurteil bedienend, dass jeder forschende Mediziner lediglich zum Wohl der Industrie entscheide. Einer der Betroffenen ist Hans-Christoph Diener, Vorsitzender der Kommission Leitlinien der DGN. Unter dem Titel „Ich habe fertig“ hat er ein persönliches Statement verfasst.

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