Überblick über PET- und SPECT-Studien bei COVID-19

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In einem systematischen Review aus Freiburg wurde die Literatur zur zerebralen molekularen Bildgebung bei akuten und Langzeitmanifestationen von COVID-19 ausgewertet [1]. Im Fokus der Bildgebungsstudien standen fünf mögliche neurologische COVID-19-Manifestationen: Enzephalitis, Parkinson-Syndrom, fokale Symptome, Enzephalopathie und Post-COVID-Syndrom (PCS).

Ein Forschungsteam aus der Neurologie, Psychiatrie und Nuklearmedizin der Universität Freiburg hat in einem Literaturreview die bis dato wesentlichen Ergebnisse aus Studien zur zerebralen molekularen Bildgebung mittel Positronen-Emissions-Tomografie (PET) und Single-Photon-Emissionscomputertomographie (SPECT) bei COVID-19 zusammengetragen [1].

In die finale Analyse wurden 25 Publikationen einbezogen, darunter 15 Fallberichte oder -serien. Sie bezogen sich weitgehend auf fünf verschiedene Manifestationen. An erster Stelle stand die Enzephalitis. Hier legen wenige Fallberichte in seltenen Fällen para- und postinfektiöser Enzephalitiden reversible kortikale und subkortikale metabolische Veränderungen nahe.

Bei einzelnen Patienten, die im Rahmen der SARS-CoV-2-Infektion erstmals Parkinson-Symptome aufwiesen, ähnelten die Befunde denen der Schädigungsmuster, die bei neurodegenerativer Parkinson-Erkrankung in Substantia nigra und Corpus striatum beobachtet werden. Kleine Fallzahlen und fehlende Weiterverfolgung erlauben hier keine weiteren Rückschlüsse. Wegen fokaler Symptome – allen voran die häufig beobachtete Hyposmie – wurden COVID-19-Patientinnen und -Patienten nicht nur in mehreren Fallserien, sondern auch in einigen systematischen Studien mittels molekularer Bildgebung untersucht. Zum Teil ließ sich im Bereich der mit dem Riechen assoziierten Hirnanteile ein verminderter Hirnstoffwechsel nachweisen. Insgesamt waren die Ergebnisse aber nicht konsistent. Bei der COVID-19-assoziierten Enzephalopathie im akuten oder subakuten Stadium wurden überwiegend frontoparietale Dysfunktionen im Neocortex in Korrelation zur Klinik nachgewiesen.

Bei der überwiegenden Mehrzahl der Betroffenen waren die Befunde innerhalb von sechs Monaten weitgehend rückläufig. Die Ergebnisse beim Post-COVID-Syndrom waren uneinheitlich. In einigen Studien hatten Patientinnen und Patienten, die zahlreiche Beschwerden angaben, ausgedehnte Stoffwechselminderungen in limbischen oder subkortikalen Regionen. Bei anderen wiederum fanden sich keine pathologischen PET-Veränderungen und auch in neuropsychologischen Tests allenfalls milde kognitive Einschränkungen.

[1] Meyer PT, Hellwig S, Blazhenets G, Hosp JA. Molecular imaging findings on acute and long-term effects of COVID-19 on the brain: A systematic review. J Nucl Med. 2022 Feb 17:jnumed.121.263085.

https://jnm.snmjournals.org/content/early/2022/02/17/jnumed.121.263085

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