Therapie-Update: Wirkung von Rekonvaleszentenplasma ist abhängig vom Antikörperspiegel

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Eine im „The New England Journal of Medicine“ publizierte retrospektive Auswertung von 3.082 hospitalisierten COVID-19-Patientinnen und –Patienten, die eine Rekonvaleszentenplasma-Transfusion erhalten hatten, zeigte: Je höher die Anti-SARS-CoV-2-IgG-Antikörper-Spiegel im Rekonvaleszentenplasma waren, desto besser war das Outcome. Je nach Antikörper-Titer variierte die Mortalität von 22,3% bis 29,6%. Dieser Effekt konnte bei beatmungspflichtigen Patienten allerdings nicht gezeigt werden.

3.082 hospitalisierte COVID-19-Patientinnen und Patienten, die Rekonvaleszentenplasma erhalten hatten, wurden in die Studie [1] eingeschlossen und nach der Höhe des Antikörperspiegels im Plasma in drei Gruppen eingeteilt: Niedrige Anti-SARS-CoV-2-IgG-Antikörper-Spiegel definiert als <4,62, mittlere Antikörper-Spiegel definiert als 4,62 – 18,45 und hohe Antikörper-Spiegel >18,45. Es wurde die Mortalitätsrate 30 Tage nach Plasmatransfusion in den Gruppen erhoben. Dabei zeigte sich, dass die Mortalität mit der Höhe der Antikörpertiter zurückging. Sie betrug 29,6% in der Niedrig-Titer-Gruppe, 27,4% in der mittleren Gruppe und 22,3% in der Hoch-Titer-Gruppe.

In einer Subgruppenanalyse wurde der Effekt der Rekonvaleszentenplasma-Therapie mit unterschiedlichen Antikörper-Spiegeln auch bei beatmungspflichtigen Patienten untersucht. Dort zeigte sich keine Korrelation zwischen Antikörper-Titern und Outcome. Die Autoren schlussfolgern, dass die frühe Gabe von Rekonvaleszentenplasma mit hohen Antikörper-Spiegeln am effektivsten ist.

[1] Joyner MJ, Carter RE, Senefeld JW et al. Convalescent Plasma Antibody Levels and the Risk of Death from Covid-19. NEJM. January 13, 2021.

https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa2031893