Therapie-Update: Tocilizumab verbessert bei schweren COVID-19-Verläufen die Überlebenschancen

© iStock/Tempura

In der aktuell in „The Lancet“ publizierten RECOVERY-Studie zeigte sich ein Vorteil der Therapie mit Tocilizumab bei hospitalisierten, hypoxischen COVID-19-Patientinnen/-Patienten mit Anzeichen einer systemischen Inflammation im Hinblick auf das Überleben. Der Therapienutzen war dabei additiv zur Steroidgabe.

Eine Anfang Mai im „The Lancet“ publizierte randomisierte, kontrollierte, Open-label-Studie zeigte einen günstigen Therapieeffekt von Tocilizumab. Zwischen April 2020 und Januar 2021 waren insgesamt 4.116 hospitalisierte COVID-19-Patienten/-Patientinnen in die RECOVERY-Studie eingeschlossen worden. Alle wiesen eine Hypoxie (Sauerstoffsättigung unter 92% oder Sauerstoffpflichtigkeit) und Anzeichen einer systemischen Inflammation auf. Nach 1:1-Randomisierung erhielt eine Gruppe die Standardtherapie, die Verumgruppe zusätzlich 400-800 mg (je nach Körpergewicht) Tocilizumab i.v.

621 (31%) der Patientinnen/Patienten, die Tocilizumab erhalten hatten, verstarben innerhalb von 28 Tagen – in der Vergleichsgruppe waren es 729 (35%) (p=0,0028). Dieses Ergebnis war auch in allen präspezifizierten Subgruppen zu beobachten. Die mit Tocilizumab behandelten Patientinnen/Patienten hatten auch eine höhere Wahrscheinlichkeit, innerhalb von 28 Tagen aus dem Krankenhaus entlassen werden zu können (57% vs. 50%). Der Therapienutzen war additiv zur Steroidgabe.

Im März hatte bereits die REMAP-CAP-Studie einen Therapieeffekt im Hinblick auf die 90-Tage-Mortalität nachgewiesen (wir berichteten).

[1] RECOVERY Collaborative Group. Tocilizumab in patients admitted to hospital with COVID-19 (RECOVERY): a randomised, controlled, open-label, platform trial. The Lancet. Published:May 01, 2021

https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(21)00676-0/fulltext

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