Therapie-Update: Randomisierte Studien zeigten klinischen Nutzen für Bamlavinimab plus Etesevimab und Tofacitinib, aber keinen für Dapagliflozin

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Die Kombination von Bamlavinimab und Etesevimab kann das Hospitalisierungs- und Mortalitätsrisikobei bei Hochrisikopatientinnen und -patienten senken. Tofacitinib erwies sich als erfolgreich, um bei Betroffenen, die wegen einer COVID-19-assoziierten Pneumonie stationär aufgenommen worden waren, das Risiko für respiratorisches Versagen und/oder Tod zu reduzieren. Dapagliflozin hingegen konnte bei hospitalisierten Patientinnen/Patienten mit kardiometabolischen Risikofaktoren die Rate an Organversagen und/oder Tod nicht signifikant senken.

In einer im „The New England Journal of Medicine“ (NEJM) publizierten randomisierten Phase-3-Studie [1] wurden 1.035 Patientinnen/Patienten nach laborgestützter SARS-CoV-2-Diagnose randomisiert und erhielten entweder eine Infusion Bamlavinimab plus Etesevimab oder Placebo. Nach Tag 29 waren 11 von 518 Betroffenen der Verumgruppe hospitalisiert, in der Placebogruppe waren 36/517 hospitalisiert oder waren verstorben. In der Verumgruppe trat kein Todesfall auf, in der Placebogruppe 10 (9 davon wurden als COVID-19-assoziiert eingestuft). Die Viruslast am Tag 7 war in der Verumgruppe signifikant niedriger als in der Placebogruppe.

Eine weitere im NEJM publizierte Studie [2] untersuchte placebokontrolliert die Effektivität von Tofacitinib, einem sogenannten Januskinase-Hemmer, an insgesamt 289 Patientinnen und Patienten in Brasilien, die wegen einer COVID-19-asoziierten Pneumonie stationär aufgenommen worden waren. Die Therapie konnte signifikant die Rate an respiratorischem Versagen (18,1% vs. 29%) und die Mortalitätsrate (2,8% vs. 5,5%) senken.

Eine in „The Lancet Diabetes & Endocrinology“ publizierte Phase-3-Studie [3] randomisierte 1.250 Patientinnen/Patienten, die jeweils mindestens einen kardiometabolischen Risikofaktor (Hypertonie, Typ-2-Diabetes, atherosklerotische Herzerkrankung, Herzinsuffizienz oder chronische Nierenerkrankung) aufwiesen und die wegen COVID-19 hospitalisiert worden waren. Kritisch kranke Patientinnen/Patienten wurden nicht in die Studie eingeschlossen. Die Studienteilnehmenden erhielten entweder 30 Tage lang Dapagliflozin (täglich 10 mg oral) oder ein Placebo. Der primäre Endpunkt umfasste Tod oder Organversagen. Im Ergebnis zeigte die Studie keinen signifikanten Unterschied zwischen den Gruppen.

[1] Dougan M, Nirula A, Azizad M et al. Bamlanivimab plus Etesevimab in Mild or Moderate Covid-19. NEJM. Published: 14 July 2021.

https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa2102685

[2] Guimarães PO, Quirk D, Furtado RH et al. Tofacitinib in Patients Hospitalized with Covid-19 Pneumonia. NEJM. Published: 16 June 2021.

https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa2101643

[3] Kosiborod MN, Esterline R, Furtado RHM et al. Dapagliflozin in patients with cardiometabolic risk factors hospitalised with COVID-19 (DARE-19): a randomised, double-blind, placebo-controlled, phase 3 trial. The Lancet Diabetes & Endocrinology. Published: 21 July 2021.

https://www.thelancet.com/journals/landia/article/PIIS2213-8587(21)00180-7/fulltext

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