Stellungnahme des KKNMS zu Impfungen einschließlich gegen SARS-CoV-2 bei MS-Betroffenen

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Das KKNMS hat Mitte Dezember 2020 anlässlich der Zulassung der ersten Impfstoffe gegen SARS-CoV-2 eine Stellungnahme zur Impfung von Patientinnen und Patienten mit Multipler Sklerose veröffentlicht. Grundsätzlich stellt die Diagnose MS keine Kontraindikation gegen Impfungen im Allgemeinen sowie auch gegen die Impfung gegen SARS-CoV-2 dar, die Betroffenen sollten also gemäß den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission des Robert Koch-Instituts geimpft werden. Bei Patienten unter Immuntherapie sind jedoch laut Stellungnahme verschiedene Aspekte zu beachten. [mehr]

Impfungen mit Lebendimpfstoffen (z.B. gegen Masern, Röteln etc.) sollten nach Möglichkeit vor Initiierung einer Immuntherapie erfolgen, da diese nicht unter einer laufenden Immuntherapie verabreicht werden dürfen.

Totimpfstoffe können hingegen auch während einer Immuntherapie gegeben werden. Doch um den Impferfolg nicht zu gefährden, sollte die Impfung mit Totimpfstoffen bei Patienten, die eine zell-depletierende Therapie erhalten, idealerweise frühesten vier Monate nach der letzten Medikamentengabe erfolgen.

Die neuen Impfstoffe gegen SARS-CoV-2 sind sogenannte mRNA-Impfstoffe. Die mRNA wird nur von wenigen Körperzellen aufgenommen, die in Folge Proteine produzieren, die das Immunsystem aktivieren. Im Gegensatz zur Lebendimpfung werden bei diesen zunächst zugelassenen Impfstoffen keine vermehrungsfähigen Krankheitserreger verabreicht. Das neuartige mRNA-Impfprinzip wird daher von den Experten konzeptuell den Totimpfstoffen zugeordnet.