Sind in Deutschland die Kapazitäten für ein prolongiertes Weaning ausreichend?

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Dieser Frage, die vor dem Hintergrund der SARS-Cov-2-Pandemie eine besondere Aktualität gewonnen hat, ging die Deutsche Gesellschaft für Neurorehabilitation (DGNR) in einer Umfrage unter ihren Mitgliedern nach und publizierte die Ergebnisse in „Neurological Research and Practice“, dem englischsprachigen Open-Access-Journal der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN).

Bereits im Dezember 2019 wurden die DGNR-Mitglieder zu einer Umfrage eingeladen, um zu erfassen, ob die Bettenkapazitäten für ein prolongiertes Weaning bei Patienten in der neurologisch-neurochirurgischen Frührehabilitation ausreichend sind. Die Ergebnisse gewinnen vor dem Hintergrund der aktuellen Pandemie eine besondere Bedeutung.

69 von 123 Umfrageteilnehmern gaben an, Kapazitäten für ein prolongiertes Weaning und Neurorehabilitation anbieten zu können (sogenannte Neuro-Weaning-Betten). Im Durchschnitt hatten die Zentren 16,1 Neuro-Weaning-Betten. Bei einer Population von fast 83 Mio. Einwohnern würde das eine Kapazität von 13,2 Neuro-Weaning-Betten pro 10⁶ Einwohnern bedeuten. Allerdings war die Verteilung zwischen den einzelnen Zentren sehr unterschiedlich, es gab Zentren mit nur 2 und auch Zentren mit 68 dieser Betten. Auch die geografische Verteilung war extrem unterschiedlich: Thüringen hat demnach nur 2,1 Neuro-Weaning-Betten pro 10⁶ Einwohner, Hamburg 48,8.

Platz T, Bender A, Dohle C et al. German hospital capacities for prolonged mechanical ventilator weaning in neurorehabilitation – results of a representative survey. Neurological Research and Practice 2020. Published online July 1
https://neurolrespract.biomedcentral.com/articles/10.1186/s42466-020-00065-1