Rhabdomyolyse und Fasziitis nach COVID-19-mRNA-Impfung

© iStock/Artem Zakharov

In Zulassungsstudien können sehr seltene Nebenwirkungen oft nicht identifiziert werden. Grundsätzlich sollen bei Impfstoffen sämtliche unerwünschte Effekte erfasst werden. Erstmals wird nun über eine Myositis mit beginnender Rhabdomyolyse und Fasziitis nach SARS-CoV-2-mRNA-Impfung bei einer gesunden jungen Frau berichtet, wobei es im Verlauf zur vollständigen Erholung kam.

Die 28-jährige gesunde Frau klagte fünf Tage nach der Impfung über Muskelschmerzen. Klinisch bestand eine Schwäche der Hüftflexion und der Knieextension mit subkutanen Ödemen der Beine. Die Transaminasen sowie die CK waren erhöht (CK 17.959 U/l). Anamnestisch bestanden keine Hinweise auf eine Prädisposition (z. B. Narkosezwischenfälle). Virusinfektionen (wie Hepatitis, EBV, CMV) wurden ausgeschlossen. Weitere auffällige Laborwerte waren das Kreatinin mit 1,02 mg/dl (GFR 75 ml/min), Calcium 1,97 mmol/l, und Phosphat 0,38 mmol/l bei normalem PTH.

Das MRT der Oberschenkel zeigte ödematöse Veränderungen mit Kontrastmittelanreicherung im M. quadriceps sowie diffuse subkutane Flüssigkeitseinlagerungen wie bei einer Fasziitis. Elektromyographisch fanden sich positive scharfe Wellen und Fibrillieren mit kleinen, teilweise polyphasischen Potenzialen (passend zu einer akuten Myositis). Myositis-assoziierte Antikörper waren negativ. Die Patientin erhielt 250 mg Methylprednisolon intravenös über zwei Tage, Kochsalzinfusionen und eine Urin-Alkalisierung. Nach wenigen Tagen hatten die Laborwerte sich normalisiert. Klinisch waren auch Paresen, Schmerzen und Ödeme weitgehend rückläufig. Prednisolon wurde oral über sechs Tage ausgeschlichen. Nach vier Wochen waren CK und Muskelkraft wieder normal.

Die Autorinnen und Autoren konstatieren, dass neben den häufigeren COVID-19-mRNA-Vakzine-assoziierten Nebenwirkungen wie Myalgien und Arthralgien auch an Myositiden gedacht werden muss. Bisher wurde im Schrifttum bereits über eine lokale Myopathie des Deltamuskels mit möglicher Myositis und den Fall einer Rhabdomyolyse einen Tag nach mRNA-Impfung berichtet.

Betont wird dabei, dass auch die COVID-19-Erkrankung zu Myositis, Rhabdomyolyse und subkutanen Ödemen führen kann.

Faissner S, Richter D, Ceylan U et al. COVID-19 mRNA vaccine induced rhabdomyolysis and fasciitis. J Neurol 2021 Aug 25; 1-2

https://link.springer.com/article/10.1007/s00415-021-10768-3

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