Real-World-Daten belegen, dass eine vierte Impfung sinnvoll ist

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Dass eine vierte Impfdosis besser vor SARS-CoV-2-Infektionen und schweren COVID-19-Erkrankungen schützt als drei Impfungen, konnte bereits gezeigt werden. Für die ersten 30 Tage nach vierter Impfung mit BNT162b belegen israelische Daten aus der Omikron-Welle jetzt für Menschen ab 60 Jahren eine Risikoreduktion sowohl im Hinblick auf asymptomatische Infektionen als auch auf Hospitalisierung und Tod aufgrund von COVID-19 [1].

Wegen steigender Infektionszahlen in der Omikronwelle und angesichts von Hinweisen auf eine mit der Zeit nachlassende Immunität nach drei COVID-19-Impfungen haben verschiedene Länder Impfprogramme eingeführt, um besonders gefährdete Menschen ein viertes Mal zu impfen. Israel gehört dazu. Dort konnten sich Personen ab 60 Jahren oder Immunsupprimierte seit dem 3. Januar 2022 ein viertes Mal impfen lassen, sofern ihre Booster-Impfung mindestens vier Monate zurücklag. Um zu prüfen, wie effektiv dies ist, haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Israel und den USA 182.122 nach soziodemographischen und klinischen Merkmalen gematchte Personenpaare miteinander verglichen [1]. Sie erhielten jeweils drei oder vier Impfungen. Die entsprechenden Daten waren vom 3. Januar bis 18. Februar von der größten israelischen Gesundheitsorganisation erfasst worden.

Im Median waren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer 72 Jahre alt, 53% waren Frauen. Die häufigsten Risikofaktoren waren Typ-2-Diabetes mellitus, Adipositas, Herz- und Nierenerkrankungen. Sie waren in beiden Gruppen ähnlich verteilt.

Zwischen Tag 7 und 30 nach der vierten Impfung betrug die relative Wirksamkeit im Vergleich zu Personen mit drei Impfungen: gegen eine PCR-bestätigte SARS-CoV-2-Infektion 45%, gegen eine symptomatische Infektion 55%, gegen eine Hospitalisierung wegen COVID-19 68%, gegen eine schwere COVID-19-Erkrankung 62%, und gegen Tod durch COVID-19 74%.

So mussten von den viermal Geimpften 86,6 von 100.000 wegen COVID-19 stationär behandelt werden, während es nach drei Impfungen 266,7 von 100.000 waren. Waren die Risiken um Tag 5 und 6 in beiden Gruppen noch ähnlich, begann die Wirkung der vierten Impfung ab Tag 7 und stieg dann allmählich auf ein stabiles Niveau um Tag 14. Zwischen Tag 14 und 30 betrugen die geschätzten relativen Risikoreduktionen hinsichtlich nachgewiesener Infektion, symptomatischer Infektion, Hospitalisierung, schwerer COVID-19-Erkrankung und Tod 52%, 61%, 72%, 64% und 76%.

Wie lange die Schutzwirkung einer vierten Impfung erhalten bleibt, ist durch weitere Beobachtungen zu klären. 

[1] Magen O, Waxman JG, Makov-Assif M et al. Fourth Dose of BNT162b2 mRNA Covid-19 Vaccine in a Nationwide Setting. N Engl J Med. 2022 Apr 13.

https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa2201688

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