Protonenpumpenhemmer erhöhen das COVID-19-Risiko

Bekannt ist, dass Protonenpumpenhemmer (PPI) Magen-Darm-Infektionen begünstigen können, auch konnte gezeigt werden, dass ein pH-Wert ≤ 3 die Infektiösität von SARS-CoV-1 beeinträchtigt. Daher untersuchte nun eine US-amerikanische Studie, ob die PPI-Therapie mit einer höheren Rate an COVID-19-Erkrankungen einherging. Das Ergebnis zeigt eine dosisabhängige Beziehung zwischen PPI-Einnahme und SARS-CoV-2-Positivität.

Die Analyse wurde an einer Kohorte von 53.130 Patienten des „National Health Service“ durchgeführt. 3.386 von ihnen (=6,4%) waren positiv auf SARS-CoV-2 getestet worden. Mittels Regressionsanalyse wurde untersucht, ob die Rate an COVID-19-Erkrankungen bei Patienten, die PPI einnahmen, erhöht war. Das war der Fall und außerdem war die Rate an COVID-19-Erkrankungen von der Dosis bzw. Häufigkeit der Gabe anhängig. Patienten, die einmal täglich PPI einnahmen, hatten ein zweifach erhöhtes Risiko, sich mit SARS-CoV-2 zu infizieren (aOR 2,15; 95% CI, 1,90-2,44), diejenigen, die zweimal täglich PPI einnahmen, sogar ein fast vierfaches (aOR 3,67; 95% CI, 2,93-4,60).

Die Autoren mahnen daher, PPI in der niedrigstmöglichen Dosis zu verschreiben. Metaanalysen hätten ohnehin ergeben, dass die zweimal tägliche Gabe der einmal täglichen im Hinblick auf das Therapieergebnis bei der gastroösophagealen Refluxkrankheit nicht überlegen war.

Almario CV, Chey WD, Spiegel BMR et al. American Journal of Gastroenterologie 2020. Published july,7.

https://journals.lww.com/ajg/Documents/AJG-20-1811_R1(PUBLISH%20AS%20WEBPART).pdf