Prospektive Kohortenstudie zeigt: Drittimpfung boostert die zelluläre Immunantwort bei Rituximab-behandelten Patientinnen/Patienten

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Eine Kohortenstudie aus Norwegen [1] untersuchte die humorale und zelluläre Impfantwort bei Rituximab-behandelten Patientinnen und Patienten mit rheumatoider Arthritis nach Zweit- und Drittimpfung. Nur gut 21% entwickelten nach der Zweitimpfung eine ausreichende humorale Impfantwort und 53% bis 74% eine zelluläre Immunantwort. Die Studie zeigte, dass die Drittimpfung insbesondere die zelluläre Impfantwort boosterte: Bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die ein Drittimpfung erhalten hatten, wurde eine deutliche T-zelluläre Impfantwort beobachtet.

Eine prospektive Kohortenstudie aus Norwegen untersuchte die humorale und zelluläre Impfantwort bei Rituximab-behandelten Patientinnen und Patienten mit rheumatoider Arthritis. Diejenigen, die nach zwei Impfungen eine unzureichende Immunantwort aufwiesen, erhielten eine dritte Impfung. Serologische Tests auf IgG-Antikörper gegen das Spike-Protein wurden 2 – 4 Wochen nach der Zweit- und Drittimpfung durchgeführt. Die Virus-spezifische Immunantwort von T-Zellen wurde in vitro anhand von Blutproben nachgewiesen, die jeweils vor und 7-10 Tage nach der zweiten und dritten Impfstoffgabe entnommen wurden.

87 Patientinnen und Patienten wurden in die Studie eingeschlossen (79,3% davon waren Frauen), außerdem eine Kontrollgruppe von 1.114 gesunden Menschen (76,7% weiblich). 19 der 87 Patientinnen und Patienten mit rheumatoider Arthritis (21,8%) wiesen in der serologischen Kontrolle nach der zweiten Impfung eine ausreichende Antikörperantwort auf, in der Kontrollgruppe waren es 1.096/1.114 Menschen (98,4%). 10/19 Patientinnen und Patienten wiesen nach der Zweitimpfung eine CD4+ T-Zellantwort auf, 14/19 eine CD8+ T-Zellantwort. Bei den Respondern in der Patientengruppe lag die letzte Rituximab-Gabe im Median 267 Tage zurück, bei den Patientinnen und Patienten, die keine ausreichende Immunantwort entwickelten, 107 Tage.

49 der 87 Patientinnen und Patienten, die in die Studie eingeschlossen worden waren, erhielten eine Drittimpfung. 8/49 entwickelten ausreichend Antikörper, während alle nach der Drittimpfung eine T-Zellantwort aufwiesen. Eine stabilen T-Zell-Immunität nach SARS-CoV-2-Impfung unter anti-CD-20-Therapien wurde bereits in mehreren Studien gezeigt – wir berichteten. Die vorliegenden Daten zeigen, dass die Drittimpfung, wenn sie im Zeitraum von 6-9 Monaten nach der Rituximab-Infusion gegeben wird, zwar nicht die Antikörper-spezifische, aber die zelluläre Immunantwort boostert.

[1] Jyssum I, Kared H, Tran TT et al. Humoral and cellular immune responses to two and three doses of SARS-CoV-2 vaccines in rituximab-treated patients with rheumatoid arthritis: a prospective, cohort study. The Lancet Rheumatology. Published:December 23, 2021

https://www.thelancet.com/journals/lanrhe/article/PIIS2665-9913(21)00394-5/fulltext

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