Parkinson-Patienten mit Motorfluktuationen weisen besonders häufig Komorbiditäten auf, die mit einem höheren COVD-19-Risiko assoziiert sind

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Der in „Neurological Research and Practice“ (NRP) publizierte Brief an den Editor diskutiert das COVID-19-Risiko von Parkinsonpatienten. Per se ist die Parkinson-Krankheit kein Risikofaktor für COVID-19, jedoch leiden Parkinsonpatienten häufig an Komorbiditäten, die das SARS-CoV-2-Infektionsrisiko erhöhen und mit einem schwereren COVID-19-Verlauf assoziiert sind.

Bekannt ist, dass Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Hepatitis-B, COPD sowie Nierenleiden mit einem schwereren Verlauf von COVID-19-Erkrankungen assoziiert sind. In der Analyse der Autoren zeigte sich, dass es unter Parkinsonpatienten eine hohe Prävalenz dieser Risikofaktoren gibt, besonders oft bei Patienten mit Motorfluktuationen.

Bei hospitalisierten Parkinson-Patienten mit COVID-19 wurde bei Einweisung am häufigsten eine Pneumonie als Primärdiagnose angegeben, woraus die Autoren schließen, dass Patienten mit Morbus Parkinson per se ein höheres Risiko für virale Pneumonien aufweisen, somit auch für SARS-CoV-2-assoziierte.

Die Autoren betonen, dass ein Morbus Parkinson selbst kein Risikofaktor für COVID-19 ist, sondern dass die Begleiterkrankungen das Risiko erhöhen. Hinzu komme, dass viele Betroffene auf Hilfe und Pflege angewiesen sind und daher keine strikte soziale Isolation möglich sei.

Richter D, Bartig D, Krogias C, Tönges L. Letter to the editor: risk comorbidities of COVID-19 in Parkinson’s disease patients in Germany. Neurological Research and Practice volume 2, Article number: 22 (2020) https://neurolrespract.biomedcentral.com/articles/10.1186/s42466-020-00069-x