Nüchternblutglukose über 7 mmol/l bei Krankenhausaufnahme ist ein Prädiktor der 28-Tage Mortalität

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Eine vor wenigen Tagen publizierte, retrospektive Studie aus Wuhan wertete den Einfluss der Hyperglykämie auf die 28-Tage-Mortalität von 605 COVID-19-Patienten aus, die im Zeitraum vom 24. Januar bis zum 10. Februar 2020 stationär aufgenommen wurden. Sie erwies sich als unabhängiger Prädiktor der Mortalität, auch bei Patienten, die keinen vorbestehenden Diabetes hatten.

Bei allen 605 Patienten war bei Aufnahme der Nüchternblutglukosewert bestimmt worden, darüber hinaus wurden demographische und klinische Daten, Komplikationen während der stationären Behandlung, das 28-Tage-Outcome sowie der CRB-65-Index zur Bestimmung des Schweregrads der Pneumonie erhoben. In der Auswertung erwiesen sich Alter (HR 1,03), männliches Geschlecht (HR 1,75), ein CRB-65-Index von 1-2 (HR 2,68), ein CRB-65-Index von 3-4 (HR 5,52) und eine Nüchternblutglukose über 7 mmol/l bei Aufnahme (HR 2,3= als unabhängige Prädiktoren für die 28-Tage-Mortalität.

Die Autoren heben hervor, dass die Nüchternglukose daher bei allen COVID-19-Patienten erhoben werden sollte, auch wenn kein Diabetes mellitus vorbekannt sei. Welche Rolle der Glukosestoffwechsel und seine Beeinflussung bei der SARS-Cov-2-Infektion spielt, müssen weitere Studien zeigen.

Wang S, Ma P, Zhang S et al. Fasting blood glucose at admission is an independent predictor for 28-day mortality in patients with COVID-19 without previous diagnosis of diabetes: a multi-centre retrospective study. Diabetologia 2020. Published July 10. https://link.springer.com/article/10.1007/s00125-020-05209-1