Neurologische Symptome sind bei COVID-19-Patienten mit einer erhöhten Krankenhaussterblichkeit assoziiert

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In die aktuelle Auswertung gingen Daten von fast 5.000 COVID-19-Patientinnen und -Patienten aus New York ein, von denen 12% (581) neurologische Beschwerden aufwiesen, die so ausgeprägt waren, dass eine neurologische Bildgebung durchgeführt wurde. Die Krankenhausmortalität dieser Patienten wurde mit den Daten von 1.743 COVID-19-Patienten ohne neurologische Symptome verglichen (gematcht nach Alter und Schwere der COVID-19-Erkrankung). Im Ergebnis zeigte sich, dass die Krankenhaussterblichkeit von Betroffenen mit neurologischen Symptomen sowie von Patienten mit radiologisch bestätigten ischämischen oder hämorrhagischen Schlaganfällen signifikant erhöht war.

In der aktuellen Auswertung wurden die Daten von 4.711 Patientinnen und -Patienten aus vier Kliniken ausgewertet, die zwischen dem 1. März und dem 16. April 2020 wegen COVID-19 hospitalisiert worden waren. Es wurde eine Subkohorte von Patienten gebildet, die zusätzlich neurologische Symptome aufwiesen. Erfasst wurden nur jene, bei denen aufgrund der neurologischen Beschwerden eine bildgebende Diagnostik durchgeführt wurde, was erklärt, warum die Rate neurologischer Begleitsymptome mit 12% in dieser Studie relativ gering war.

Die Autoren verglichen die Krankenhausmortalität der Patienten, die neurologische Begleiterkrankungen aufwiesen und bei denen eine bildgebende Diagnostik durchgeführt worden war (CT, MRT oder eine zerebrale diagnostische Angiographie), mit der von COVID-19-Patienten ohne neurologische Manifestationen. Dafür wurden die 581 Patientinnen und Patienten mit neurologischen Symptomen mit 1.743 Patienten ohne ‚Neuro-COVID‘ nach Alter und Schweregrad der Viruserkrankung gematcht.

258 der 581 Patienten, die eine radiologische Diagnostik erhalten hatten, litten unter einer Enzephalopathie mit Verwirrtheitszuständen, bei 55 wurde ein Schlaganfall diagnostiziert. Das Risiko, im Krankenhaus zu versterben, war bei den Schlaganfallpatienten im Vergleich zur gematchten Kontrollgruppe mehr als doppelt so hoch (49% vs. 24%, p=0,001). Auch die COVID-19-Patientinnen und -Patienten mit Enzephalopathie, aber ohne auffälligen Befund in der neurologischen Bildgebung wiesen eine signifikant erhöhte Krankenhaussterblichkeit im Vergleich zu den gematchten Kontrollpatienten ohne neurologische Symptome auf (40% vs. 33%, p =0,04).

[1] Eskandar EM et al. Neurologic Syndromes Predict Higher In-Hospital Mortality in COVID-19. Neurology. December 18, 2020.

https://n.neurology.org/content/neurology/early/2020/12/17/WNL.0000000000011356.full.pdf