MRT weist Netzhautveränderungen bei COVID-19 nach

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In Frankreich wurden in einer multizentrischen, retrospektiven Beobachtungsstudie bei sieben Prozent von 129 schwer kranken COVID-19-Patienten im MRT knotige Veränderungen am hinteren Augenpol entdeckt.

Acht der neun Patienten waren Männer, das Durchschnittsalter betrug 56 Jahre. Die knotigen Veränderungen stellten sich in der FLAIR- Sequenz hyperintens dar. Alle Patienten zeigten den Befund im Bereich der Macula, zwei auch außerhalb davon. Acht der neun Patienten hatten bilaterale Befunde. Drei Patienten wurden augenärztlich untersucht. Dabei waren die Veränderungen nicht zu erkennen. Um was es sich genau bei den knotigen Veränderungen handelt, ist unklar. Diskutiert werden neben einer direkten Virusinvasion der Retina – ACE-2-Rezeptoren, an die das SARS-CoV-2-Virus bindet, werden dort reichlich exprimiert – Autoimmunprozesse oder lokale Vaskulitiden. Eine andere Hypothese ist eine Valsalva-Retinopathie: Durch einen erhöhten zentralvenösen Druck kann es aufgrund einer Störung des venösen Blutabflusses am Auge zu einer Netzhautschädigung kommen. Die bei schwerer COVID-19-Erkrankung häufig durchgeführte und auch bei fast allen Patienten in der Studie praktizierte Beatmung in Bauchlagerung könnte eine solche Pathogenese begünstigen.

[1] Lecler A, Cotton F, Lersy Fet al.; SFNR’s COVID Study Group: Ocular MRI Findings in Patients with Severe COVID-19: A Retrospective Multicenter Observational Study. Radiology. 2021 Feb 16:204394

https://europepmc.org/article/PMC/PMC7887777

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