Moderna-Impfstoff generiert bei Immunsupprimierten stärkere Immunantwort als die Pfizer/BioNTech-Vakzine

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Immunsupprimierte Menschen sprechen weniger gut auf COVID-19-Impfungen an als Immunkompetente, auch wenn sie eine mRNA-Vakzine erhalten. Im Vergleich zu zwei Gaben BNT162b2 scheint die zweimalige Verabreichung von mRNA-1273 bei immunsupprimierten Menschen eine stärkere Impfantwort zu erzielen, in Abhängigkeit von der laufenden Immuntherapie [1].

In einer Kohortenstudie untersuchten US-Forscherinnen und -Forscher die differenzielle humorale Immunogenität von jeweils zwei Dosen der mRNA-Impfstoffe BNT162b2 (Pfizer/BioNTech) und mRNA-1273 (Moderna) bei Personen mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen (rheumatic and musculoskeletal diseases, RMD) und solchen, denen ein solides Organ transplantiert worden war (solid organ transplant recipients, SOTR). Die Impfungen erfolgten zwischen dem 16.12.2020 und dem 6.7.2021. 15 - 45 Tage nach der zweiten Dosis erfolgte eine semiquantitative Bestimmung der Antikörper gegen die Rezeptorbindende Domäne (RBD) des SARS-CoV-2-Spike-Proteins. Die Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer – 1158 mit RMD und 697 SOTR, von denen jeweils rund 56% und 53% BNT162b2 und die restlichen mRNA-1273 erhielten – wurden nach der jeweiligen immunsuppressiven Therapie für ihre Grunderkrankung stratifiziert: bei RMD in Betroffene ohne immunsuppressive Therapie, solche mit Einnahme von Hydroxychloroquin oder Erhalt intravenöser Immunglobuline (IVIG) und solche mit immunsuppressiver Behandlung, und bei SOTR in solche, die Mycophenolat oder Mycophenolatmofetil erhielten und solche ohne Immunsuppressiva. Um das Ausmaß der Immunsuppression zu definieren, wurden Vorhandensein oder Abwesenheit einer Immundysregulation zur Baseline sowie die Antikörperantwort auf die Impfung herangezogen.

Bei RMD-Patientinnen und -Patienten ohne immunsuppressive Therapie und denen, die mit Hydroxychloroquin oder IVIG behandelt wurden, war das Impfansprechen auf beide mRNA-Vakzinen gleich gut ( 91,5% bildeten nach Impfung mit BNT162b2 mindestens 250 U/ml anti-RBD und 93,1% nach mRNA-1273). Die Mycophenolatmofetil-Therapie generierte bei 66,4% anti-RBD-Antikörper-Titer von  größer/gleich 250 U/ml gegenüber 44,7% nach BNT162b2. Das Ansprechen war unter immunsuppressiver Therapie insgesamt geringer. Auch bei niedrigeren Antikörper-Cut-offs waren die Unterschiede zwischen den beiden Vakzinen ähnlich.

[1] Mitchell J, Connolly CM, Chiang TP et al. Comparison of SARS-CoV-2 Antibody Response After 2-Dose mRNA-1273 vs BNT162b2 Vaccines in Incrementally Immunosuppressed Patients. JAMA Netw Open. 2022 May 16; 5(5):e2211897.

https://jamanetwork.com/journals/jamanetworkopen/fullarticle/2792369

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