Kopfschmerzen als Frühsymptom gehen womöglich mit einem milderen COVID-19-Krankheitsverlauf einher

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Kopfschmerzen als frühes Symptom einer COVID-19-Erkrankung könnten mit einem milderen Krankheitsverlauf assoziiert sein. Das ist das Ergebnis einer aktuellen spanischen Fall-Kontrollstudie, die hospitalisierte COVID-19-Patientinnen und Patienten mit Pneumonie einschloss. Die Kopfschmerzen beschrieben die Studienteilnehmer als drückend, sie traten temporal oder holokranial auf, bei 13% hielten sie auch nach der akuten Erkrankungsphase an.

Die in Spanien durchgeführte Studie schloss 379 COVID-19-Patientinnen und -Patienten mit schweren und leichten Pneumonien ein. Erhoben wurden Geschlecht, Alter, Einsetzen der Symptome, klinische Manifestationen der COVID-19-Erkrankung, Charlson-Komorbiditäts-Index (CKI), verschiedene Laborparameter sowie bildgebende Befunde.

Von den 379 Patienten entwickelten 48 (13%) Kopfschmerzen. Von ihnen waren 32 männlich und das mediane Alter betrug 57,9 Jahre und war damit geringer als in der Gruppe der Patienten ohne Kopfschmerzen. Auch der CKI war in der „Kopfschmerz-Gruppe“ geringer. Im Ergebnis zeigte sich, dass unter den Kopfschmerzpatienten die COVID-19-Mortalität geringer war, außerdem erlitten diese seltener ein akutes Lungenversagen. Die Autoren schlussfolgerten, dass womöglich eine Assoziation zwischen Kopfschmerzen als Frühsymptom und einem milderen COVID-19-Verlauf bestehen könnte.

23 der Patienten konnten zu den Kopfschmerzen weiter befragt werden. Fünf gaben an, zuvor schon unter Migräne gelitten zu haben, sechs unter Spannungskopfschmerzen. 87% der Betroffenen erklärten aber, dass es sich bei den COVID-19-assoziierten Kopfschmerzen um „andere“ Kopfschmerzen handelte: sie waren „dumpf“, traten temporal oder holokranial auf und waren von geringer bis moderater Intensität. Bei 40% war der Kopfschmerz das erste COVID-19-Symptom und bei weiteren 30% traten die Kopfschmerzen innerhalb der ersten Erkrankungswoche auf. Interessant war darüber hinaus die Beobachtung, dass bei 3/23 (13%) die Kopfschmerzen auch nach der Akutphase der COVID-19-Erkrankung anhielten, was lt. Studienautoren darauf hindeute, dass COVID-19 womöglich eine Kopfschmerzerkrankung auslösen könnte.

[1] Gonzalez-Martinez A, Fanjul V, Ramos C et al. Headache during SARS-CoV-2 infection as an early symptom associated with a more benign course of disease: a case-control study. European Journal of Neurology. First published: 08 January 2021.

https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/ene.14718