JAK-Inhibitoren zur COVID-19-Therapie

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Eine deutsche Studiengruppe untersuchte in einer Metaanalyse von sechs randomisierten klinischen Studien die Wirksamkeit von Januskinase-Inhibitoren (JAK-Inhibitoren) zusätzlich zur Standardtherapie bei COVID-19-Patientinnen und -Patienten. Es zeigte sich, dass die Gabe von JAK-Inhibitoren womöglich die Gesamtmortalität positiv beeinflussen kann, den klinischen Status der Erkrankten aber nicht verbesserte.

Da JAK-Inhibitoren eine potenziell antivirale und antiinflammatorische Wirkung zeigen, gelten sie als geeignete Therapie bei COVID-19. In diese Metaanalyse gingen kontrollierte, randomisierte Studien ein, die die Gabe von Januskinase-Inhibitoren (JAK-Inhibitoren) zusätzlich zur Standardtherapie mit der Standardtherapie bei COVID-19-Patientinnen und -Patienten verglichen hatten. Insgesamt wurden sechs Studien mit insgesamt 11.145 Teilnehmerinnen/Teilnehmern ausgewertet. Die Standardbehandlung beinhaltete die Gabe von Antikoagulanzien und antiviralen Wirkstoffen sowie auch nicht-medikamentöse Maßnahmen. In fünf der sechs Studien wurden auch Glukokortikoide (bei insgesamt 70-95% der Patientinnen und Patienten) verabreicht. Zum Zeitpunkt des Studieneinschlusses benötigten 65% eine Low-Flow-Sauerstofftherapie, 23% eine High-Flow-Sauerstofftherapie oder nicht invasive Beatmung, 4% der Patientinnen und Patienten waren intubiert.

Die zusätzliche Therapie mit JAK-Inhibitoren senkte die 28-Tage-Gesamtmortalität (95 Todesfälle pro 1.000 Studienteilnehmerinnen/-teilnehmer in der Interventionsgruppe vs. 131 in der Standardgruppe; RR: 0,72) und die 60-Tage Gesamtmortalität (125/1.000 vs. 181/1.000; RR: 0,69).

Im Hinblick auf die Verbesserung des klinischen Status hatten die JAK-Inhibitoren aber kaum einen Effekt. Auch hinsichtlich des Nebenwirkungsprofils gab es kaum Unterschiede.

[1] Kramer A, Prinz C, Fichtner F et al. Janus kinase inhibitors for the treatment of COVID-19.
Cochrane Database of Systematic Reviews 2022, Issue 6. Art. No.: CD015209.

https://www.cochranelibrary.com/cdsr/doi/10.1002/14651858.CD015209/full

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