Italienische Kohortenstudie zeigt: Weniger Long-COVID bei Geimpften

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Eine Auswertung einer Kohorte von 2.650 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in italienischen Kliniken bestätigt, was auch schon amerikanische Daten gezeigt hatten (wir berichteten): Geimpfte Menschen sind nicht nur vor der Infektionserkrankung selbst, sondern auch vor Long-COVID besser geschützt. Der Schutz scheint mit der Anzahl der Impfdosen zuzunehmen. Risikofaktoren für Long-COVID waren in dieser Erhebung höheres Alter, Allergien und eine höhere Anzahl von Komorbiditäten.

Eine Kohorte bestehend aus 2.560 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus neun Kliniken in Italien wurde von März 2020 bis April 2022 beobachtet. Sie wurden mindestens alle zwei Wochen einem PCR-Test unterzogen (Personen, die auf einer COVID-19-Station arbeiteten, wöchentlich). Alle Teilnehmenden wurden dreimal mit dem BNT162b2-Vakzin geimpft, die erste und zweite Dosis wurden im Zeitraum Januar/Februar 2021 verabreicht, die dritte im November/Dezember 2021.

Individuen mit positivem SARS-CoV-2- Test wurden in drei Gruppen aufgeteilt, je nach vorherrschender Virusvariante (Welle 1: Februar bis September 2020 Wildtyp-Variante, Welle 2: Oktober 2020 bis Juli 2021 Alpha, Welle 3: August 2021 bis März 2022 Delta und Omikron). Auch wurden die demographischen Daten und Komorbiditäten der Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhoben und im Rahmen einer logistischen Regressionsanalyse der Zusammenhang zwischen diesen Faktoren und Long-COVID untersucht.

Von den 2.560 Personen der Kohorte erkrankten 739 an COVID-19 (29%). Von diesen entwickelten 229 (31%) Long-COVID, darunter 180 Frauen und 49 Männer. Die Long-COVID-Prävalenz unterschied sich zwischen den Pandemiewellen: In der ersten Welle betrug sie 48,1%, in der zweiten 25,9%, und in der dritten erkrankten nur noch 16,5% an der persistierenden Form. Die Anzahl der verabreichten Impfdosen korrelierte mit einer geringeren Long-COVID-Prävalenz (41,8% bei Ungeimpften, 30% bei Einfach-Geimpften, 17,4% bei Zweifach-Geimpften und 16% bei Dreifach-Geimpften). Als Risikofaktoren für Long-COVID wurden höheres Alter, Allergien und eine höhere Anzahl von Komorbiditäten genannt.

Das Autorenteam führt als Limitation ihrer Erhebung an, dass die Long-COVID-Schwere und -Dauer (mind. ein Symptom, mindestens über vier Wochen) selbstberichtet waren, die klinische Diagnose also nicht objektiv erhoben wurde.

[1] Azzolini E, Levi R, Sarti R, et al. Association Between BNT162b2 Vaccination and Long COVID After Infections Not Requiring Hospitalization in Health Care Workers. JAMA. Published online July 01, 2022.

https://jamanetwork.com/journals/jama/fullarticle/2794072

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