In a Nutshell: Was wissen wir über Omikron?

© iStock/nopparit

Aktuelle Daten zeigen: Omikron führt zu weniger Hospitalisierungen und schweren Krankheitsverläufen. Der Schutz einer Zweitfachimpfung ist bei der Omikron-Variante deutlich geringer als bei der Delta-Variante, die Booster-Impfung erhöht die Schutzwirkung signifikant. Einer chinesischen Erhebung zufolge ist ein Intervall von vier Monaten zwischen Zweit- und Drittimpfung einem nur einmonatigen Intervall überlegen.

Bekannt ist, dass die Omikron-Variante zu einer geringeren Rate an schweren Akuterkrankungen führt. Noch steigen die Zahlen der intensivpflichtigen Patientinnen und Patienten in Deutschland nur langsam an, obwohl sich täglich bereits mehr als 200.000 Menschen neu mit dieser Variante infizieren. Eine Mitte Januar in Lancet publizierte Studie aus Südafrika [1] zeigte, dass die Omikron-Variante im Vergleich zur Delta-Variante zu signifikant weniger Hospitalisierungen führt (2,4% vs. 12,8%).

Doch es gibt auch „bad news“: Die zur Verfügung stehenden Antikörper wirken – sowohl in Mono- wie in Kombinationstherapie – gar nicht oder deutlich schlechter gegen die Omikron-Variante, das zeigte ein in-vitro-Untersuchung, die Anfang Februar im „New England Journal of Medicine“ [2] publiziert wurde. Zumindest scheinen aber antivirale Medikamente wie Remdesivir, Molnupiravir und Lufotrelvir (PF-7304814) auch bei Omikron anzusprechen, obwohl diese Virusvariante Mutationen in der SARS-CoV-2-Hauptprotease und der RNA-dependenten RNA-Polymerase (RdRP) aufweist. Beides sind Zielproteine der antiviralen Therapien.

Relevant ist das verminderte Impfansprechen. Nach Zweitimpfung mit dem Vakzin von Moderna sind die Neutralisierungstiter gegen Omikron um das 35-Fache geringer als gegen die Deltavariante, und es besteht somit ein höheres Risiko für Impfdurchbrüche [3]. Die Booster-Impfung mit Moderna konnte die Titer dann zumindest um das 20-Fache erhöhen. Eine Erhebung [4] zu dem chinesischen Vakzin ZF2001 (Zifivax) und einem Totimpfstoff kam zu einem interessanten Nebenbefund: Ein verlängertes Intervall von 4 Monaten (im Vergleich zu einem Monat) nach der Zweitimpfung führte zu einem höheren Schutz.

[1] Wolter N, Jassat W, Walaza S et al. Early assessment of the clinical severity of the SARS-CoV-2 omicron variant in South Africa: a data linkage study. The Lancet. Published: January 19, 2022.

https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(22)00017-4/fulltext

[2] Takashita E, Kinoshita N, Yamayoshi S et al. Efficacy of Antibodies and Antiviral Drugs against Covid-19 Omicron Variant. NEJM. January 26, 2022.

https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMc2119407

[3] Pajon R, Doria-Rose NA, Shen X et al. SARS-CoV-2 Omicron Variant Neutralization after mRNA-1273 Booster Vaccination. NEJM. January 26, 2022.

https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMc2119912

[4] Zhao X, Li D, Ruan W et al. Effects of a Prolonged Booster Interval on Neutralization of Omicron Variant. NEJM. January 26, 2022.

https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMc2119426

Nach oben springen