Impfung gegen SARS-CoV-2 senkt das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle in Folge von COVID-19

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Die Impfung gegen SARS-CoV-2 kann effektiv schwere COVID-19-Verläufe verhindern – doch inwieweit kann sie bei infizierten Menschen auch COVID-19-Folgeerkrankungen abwenden? Studien haben bereits gezeigt, dass sie die Rate an Folgekomplikationen reduzieren kann – wir berichteten. Eine koreanische Kohortenstudie untersuchte nun das Auftreten von Schlaganfällen und akuten Myokardinfarkten in Folge der Virusinfektion und kam zu dem Schluss: Die Impfung schützt auch vor den kardiovaskulären Folgeerkrankungen.

Verschiedene Studien haben ein erhöhtes Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko nach COVID-19-Erkrankung nahegelegt, was vermutlich auf ein erhöhtes Thromboserisiko zurückzuführen ist. Eine retrospektive Kohortenstudie untersucht nun, ob die Impfung gegen SARS-CoV-2 auch einen wirksamen Schutz gegen diese beiden Folgeerkrankungen bietet.

Die koreanische Studie analysierte die Assoziation zwischen Impfung und akutem Myokardinfarkt sowie ischämischem Schlaganfall, indem sie Daten von geimpften und ungeimpften Personen aus dem koreanischen COVID-19-Register und der „Korean National Health Insurance Service Database“ verglich. Auch asymptomatische COVID-Patientinnen und -Patientinnen wurden in die Analyse mit einbezogen. Ausgewertet wurden alle Ereignisse, die zwischen Tag 31 und 120 nach der COVID-Diagnose auftraten – die ersten 30 Tage wurden nicht mit einbezogen, da es schwierig ist, in dieser Phase zwischen COVID-assoziierten und therapiebedingten Ereignissen zu differenzieren. Im primären Endpunkt wurde die Schlaganfall- und Herzinfarktinzidenz zusammengefasst betrachtet, die sekundären Endpunkte umfasste die gesonderte Betrachtung beider Erkrankungen. Die Analyse erfolgte anhand von Kodierungs-/Abrechnungsziffern und bildgebenden Befunden.

Von 592.719 SARS-CoV-2-positiven Patientinnen und Patienten im Studienzeitraum (von Juli 2020 und Dezember 2021) wurden 231.037 in die Studie eingeschlossen. 62.727 waren ungeimpft, 168.310 vollständig geimpft (zwei Dosen eines mRNA- oder Vektorimpfstoffs). Die geimpften Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer waren älter und wiesen mehr Komorbiditäten auf, dennoch waren schwere oder gar kritische COVID-19-Erkrankungen in dieser Gruppe seltener aufgetreten.

Im Ergebnis traten 31 Folgeereignisse (Herz- oder Hirninfarkt) in der Gruppe der Ungeimpften auf und 74 in der Gruppe der Geimpften (6,18 vs. 5,49 pro 100.000 Personentage), das adjustierte Risiko war bei den geimpften Personen somit signifikant niedriger (aHR: 0,42; 95% CI, 0,29-0,62). Das galt auch, wenn man die beiden Indikationen einzeln betrachtete – für den akuten Myokardinfarkt betrug die aHR 0,48, für den ischämischen Schlaganfall 0,40. Der Vorteil der Impfung im Hinblick auf diese Folgeerkrankungen war in allen Subgruppen zu beobachten, wenn er auch nicht in jeder der Subgruppen Signifikanzniveau erreichte. Besonders groß war er bei Betroffenen mit Risikofaktoren für kardiovaskuläre Erkrankungen.

[1] Kim YE, Huh K, Park YJ et al. Association Between Vaccination and Acute Myocardial Infarction and Ischemic Stroke After COVID-19 Infection. JAMA. 2022 Jul 22.

https://jamanetwork.com/journals/jama/fullarticle/2794753

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