Impfung gegen SARS-CoV-2 schützt auch vor COVID-19-Langzeitfolgen

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Eine Multicenter-Studie aus Ohio zeigte: Die Impfung gegen SARS-CoV-2 schützt nicht nur effektiv gegen COVID-19-Erkrankungen und schweren Verläufen, sie hat auch Einfluss auf das Auftreten von Folgeerkrankungen, anhaltenden Beschwerden und Mortalität nach der Akuterkrankung.

Die Studie untersuchte zwischen September 2020 und Dezember 2021 das Auftreten von Folgemanifestationen nach einer COVID-19-Diagnose bei gegen SARS-CoV-2 geimpften und ungeimpften Personen. Insgesamt wurden 1.578.719 erwachsene COVID-19-Erkrankte erfasst, 25.225 (=1,6%) von ihnen hatten einen vollständigen Impfschutz. Sie wurden mit Personen der ungeimpften Kohorte verglichen, und zwar so gematcht, dass es keine Unterschiede zwischen den Gruppen im Hinblick auf demografische Daten oder Vorerkrankungen gab. Als primäre Endpunkte wurden neu aufgetretene Diagnosen nach der COVID-19-Erkrankung, anhaltende COVID-19-Symptome sowie die Mortalität nach 28 und 90 Tagen erfasst.

Es zeigte sich, dass das Auftreten von Folgeerkrankungen und anhaltenden Beschwerden bei den geimpften Studienteilnehmerinnen und -teilnehmern geringer war. Nach 90 Tagen betrug in der Gruppe der Geimpften die Bluthochdruckinzidenz 6,42 pro 1.000 (vs. 19,59), die Inzidenz für Diabetes mellitus 2,69 pro 1.000 (vs. 9,69), für Schilddrüsenerkrankungen 1,53 pro 1.000 (vs. 6,95), für Herzerkrankungen 7,19 pro 1.000 (vs. 20,26), für maligne Neoplasien 2,12 pro 1.000 (vs. 9,04), für Thrombosen 2,89 (vs. 10,67) und für neuropyschiatrische Störungen („mental disorder“) 6,45 pro 1.000 (vs. 25,52).

Auch COVID-19-Begleitsymptome persistierten bei Geimpften seltener: Respiratorische Symptome waren 90 Tage nach der COVID-19-Diagnose in der Gruppe der Geimpften noch bei 49,59/1.000 vorhanden (vs. 92,92 in der Gruppe der Ungeimpften), Kopfschmerzen bei 9,79/1.000 (vs. 25,17) und Fatigue bei 23,98 /1.000 (vs. 50,27).

Die 90-Tage-Mortalität betrug bei den geimpften Studienteilnehmerinnen und -teilnehmern 2,38 pro 1.000 und bei denen, die nicht geimpft waren, 11,62 pro 1.000.

Diese Zahlen demonstrieren eindrücklich, dass die Impfung nicht nur vor schweren Akuterkrankungen schützt, sondern auch das Auftreten neuer Diagnosen im Nachgang der Akuterkrankung sowie das Risiko für anhaltende Symptome bzw. Long-COVID senkt.

[1] Zisis SN, Durieux JC, Mouchati C et al. The protective effect of covid-19 vaccination on post-acute sequelae of covid-19 (pasc): a multicenter study from a large national health research network, Open Forum Infectious Diseases, 2022

https://academic.oup.com/ofid/advance-article/doi/10.1093/ofid/ofac228/6582238

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