Impfdurchbrüche nach vollständiger Impfung mit mRNA-Vakzinen: Häufig bei Menschen mit Vorerkrankungen sowie bei immunsupprimierten Patientinnen und Patienten

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mRNA-Impfstoffe zeigen generell eine sehr hohe Wirksamkeit, dennoch werden auch Impfdurchbrüche beobachtet. Eine in Israel durchgeführte retrospektive Analyse [1] ergab, dass vor allem Menschen mit Komorbiditäten wie Hypertonie, Diabetes mellitus, Herzinsuffizienz oder chronischen Nieren- oder Lungenkrankheiten betroffen waren. 40% der Betroffenen waren immunsupprimiert.

152 an COVID-19 erkrankte Menschen aus 17 Kliniken, die mehr als 7 Tagen nach Verabreichung der zweiten Impfdosis erkrankt waren, wurden in der vorliegenden Erhebung ausgewertet. Mit 22% war die Mortalitätsrate in dieser Kohorte hoch. Auffällig war, dass die Patientinnen und Patienten zu einem hohen Prozentsatz Komorbiditäten aufwiesen: 71% litten an Bluthochdruck, 48% an Diabetes mellitus, 27% an Herzinsuffizienz, je 24% an chronischen Nieren- oder Lungenkrankheiten, ebenfalls 24% an Krebs und 19% an einer Demenz. Lediglich 6 dieser 152 Patientinnen und Patienten wiesen keine Vorerkrankungen auf.

40% der Betroffenen waren immunsupprimiert, u.a. durch eine dauerhafte Kortikoidtherapie, eine Chemotherapie, Therapie mit Antimetaboliten oder mit Anti-CD20-Antikörpern.

Die Autorinnen und Autoren geben zu bedenken, dass die Betroffenen eine höchst vulnerable Patientengruppe darstellen, die sich unbedingt auch nach vollständiger Impfung weiter durch „social distancing“ schützen sollte. Womöglich seien in dieser Hochrisikogruppe zusätzliche Booster-Impfungen erforderlich.

[1] Brosh-Nissimov T, Orenbuch-Harroch E, Chowers M et al. BNT162b2 vaccine breakthrough: clinical characteristics of 152 fully vaccinated hospitalized COVID-19 patients in Israel. Clin Microbiol Infect 2021 Jul 7;S1198-743X(21)00367-0.

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34245907/

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