Hohes Lupus-Antikoagulans geht nicht mit einer erhöhten Rate venöser Thromboembolien einher

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Der Nachweis von Lupus-Antikoagulans war in einer aktuellen prospektiven Kohortenstudie aus Frankreich nicht mit einer höheren Inzidenz venöser Thromboembolien bei COVID-19-Patienten/-Patientinnen assoziiert. Die Studie lieferte damit ein gegenläufiges Ergebnis zu früheren Erhebungen.

Eine vor gut einem halben Jahr publizierte Beobachtungsstudie gab einen Hinweis darauf, dass Lupus-Antikoagulans (LA) zur Stratifizierung von COVID-19-Patienten und Patientinnen mit einem erhöhten Risiko für thrombotische Ereignisse herangezogen werden könnte (wir berichteten). Eine französische Kohortenstudie [1] überprüfte diese Hypothese nun prospektiv.

249 hospitalisierte Patientinnen/Patienten (154 mit nachgewiesener SARS-CoV-2-Infektion, 95 ohne bestätigte Diagnose) wurden analysiert. Wie sich zeigte, wiesen die SARS-CoV-2-positiven Patienten/Patientinnen signifikant höhere LA-Spiegel auf (60,9% versus 23,7%, p<0.001), während die Antiphospholipid-Antikörperspiegel in beiden Gruppen nicht erhöht waren. LA-positive Patientinnen und -Patienten hatten auch höhere Fibrogen- und CRP-Spiegel. Doch sowohl in der unadjustierten Analyse, als auch adjustiert nach Alter, Alter und Geschlecht zeigte sich in dieser Arbeit keine Assoziation zwischen LA-Spiegel und venösen Thromboembolien (VTE) oder einer erhöhten Krankenhaussterblichkeit.

[1] Gendron N, Dragon-Durey  MA, Chocron R et al. Lupus anticoagulant single positivity at acute phase is not associated with venous thromboembolism or in-hospital mortality in COVID-19. Arthritis Rheumatol. 2021 Apr 21.

https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/art.41777

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