Erste randomisierte Studie zeigt: ACEi/ARB-Therapie kann ohne Sicherheitsbedenken bei hospitalisierten COVID-19-Patienten fortgeführt werden

(c) iStock/BrianAJackson

ACE2 ist „Eintrittsprotein“ von SARS-CoV-2 in die Wirtszelle. Doch es hat möglicherweise auch einen schützenden Effekt vor schweren COVID-19- Verläufen mit akutem Lungenversagen (wir berichteten). ACEi/ARB erhöhen ACE2. Ob die Blutdrucksenker daher bei hospitalisierten COVID-19-Patienten mit einem Schutz oder einem Risiko einhergehen, wurde bislang kontrovers diskutiert. Am Dienstag wurden auf dem Kongress der europäischen Kardiologen die Ergebnisse der ersten randomisierten Studie zu dieser Thematik, der BRACE-CORONA-Studie, präsentiert.

Am Dienstag wurden auf dem virtuellen Kongress der „European Society of Cardiology“ die Ergebnisse der BRACE-CORONA-Studie vorgestellt, der ersten randomisierten Studie zu COVID-19 und ACEi/ARB. 659 hospitalisierte COVID-19-Patienten wurden eingeschlossen und in zwei Gruppen randomisiert: Bei der einen Gruppe wurde die Medikation mit ACEi/ARB fortgesetzt, in der zweiten abgebrochen. Nach 30 Tagen wurde analysiert, ob es einen Unterschied im Überleben und in der Dauer des Krankenhausaufenthaltes gab. Im Ergebnis zeigte sich, dass das nicht der Fall war, die Ergebnisse waren in beiden Gruppen vergleichbar. Der Referent betonte in seinem Fazit, dass es damit keinen Grund gibt, die untersuchten Blutdrucksenker bei hospitalisierten COVID-19-Patienten abzusetzen.

Präsentation der BRACE CORONA: Continuing vs. Suspending ACE Inhibitors and ARBs in COVID-19. Renato Lopes. 1. September 2020 auf dem ESC-Congress 2020.

https://www.escardio.org/Congresses-&-Events/ESC-Congress