Dramatisch erhöhte 12-Monats-Mortalität nach Hospitalisierung wegen COVID-19

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Eine Studie untersuchte in einer Kohorte von über 13.000 Personen den Zusammenhang zwischen einer überstandenen COVID-19-Infektion und dem Mortalitätsrisiko in den folgenden zwölf Monaten. Es zeigte sich, dass nach einem schweren COVID-19-Verlauf eine signifikant erhöhte 12-Monats-Mortalität bestehen blieb. Bei unter 64-jährigen Betroffenen war die 12-Monats-Mortalität im Vergleich zu Nicht-Erkrankten um 233% erhöht.

Es wurden elektronische Krankenakten einer Kohorte von 13.638 Erwachsenen der Universität Florida von Januar bis Juni 2020 analysiert. Die Kohorte umfasste COVID-19-positive als auch -negative Kontrollpersonen (alle PCR-bestätigt). Follow-up-Daten waren für mindestens ein Jahr nach der akuten Erkrankung verfügbar. Ein schwerer COVID-19-Verlauf war definiert als Hospitalisierung innerhalb von 30 Tagen nach dem positiven PCR-Befund. Das 12-Monats-Mortalitätsrisiko wurde statistisch hinsichtlich Alter, Geschlecht und Komorbiditäten adjustiert, Subgruppenanalysen erfolgten für die Altersgruppen unter 65 und ab 65 Jahren.

178/13.638 Teilnehmende hatten einen schweren COVID-19- Verlauf, 246 einen mild/moderaten Verlauf und 13.214 waren PCR-negativ. Innerhalb von zwölf Monaten verstarben 2.686 Personen. Menschen mit einem schweren COVID-19-Verlauf hatten eine signifikant höhere adjustierte 12-Monats-Gesamtmortalität als mild erkrankte (HR 1,87) oder PCR-negative Personen (HR 2,5). Die Todesursachen waren mehrheitlich (79,5%) nicht-respiratorischer oder kardiovaskulärer Art. In der Gruppe unter 65 Jahren waren die Zahlen vergleichbar: die 12-Monats-Mortalität nach schwerem COVID-19 war sowohl gegenüber PCR-negativen (HR 3,33) als auch gegenüber mild COVID-19-Erkrankten (HR 2,83) deutlich erhöht. Gegenüber der Gruppe der Kontrollpersonen hatten an COVID-19-Erkrankte, die hospitalisiert werden mussten, also eine um 233% erhöhte 12-Monats-Mortalität

Auch in der Gruppe der Älteren (über 64 Jahre) bestand nach schweren COVID-19-Verläufen ein signifikant höheres 12-Monats-Mortalitätsrisiko als bei PCR-negativen Teilnehmenden (HR 2,17).

Die Studie zeigt also ein bislang undokumentiertes, substanziell erhöhtes Mortalitätsrisiko nach einer COVID-19-bedingten Hospitalisierung für weitere zwölf Monate. Das Autorenteam diskutiert, dass biologische Schädigungen und physiologischer Stress in Folge der schweren Akuterkrankung dafür verantwortlich sein könnten.

Das Verhindern schwerer COVID-19-Verläufe sei vor diesem Hintergrund umso wichtiger, betont das Autorenteam. Präventionsmaßnahmen, wie vor allem die Impfung gegen SARS-CoV-2, schützen nicht nur das Gesundheitssystem vor Überlastung und verhindern unmittelbare Todesfälle in Folge akuter COVID-19-Erkrankungen, sondern könnten auch die dramatisch erhöhte 12-Monats-Mortalität nach überstandener Viruserkrankung senken.

Mainous AG, Rooks BJ, Wu V et al. COVID-19 Post-acute Sequelae Among Adults: 12 Month Mortality Risk. Front Med 2021; 8: 778434. doi: 10.3389/fmed.2021.778434

https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fmed.2021.778434/full

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