CRP-Schwellenwerte für den Einsatz von Tocilizumab und Dexamethason bei hospitalisierten COVID-19-Patientinnen und -Patienten

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Dexamethason und Tocilizumab führen zu einer reduzierten Mortalität bei hospitalisierten COVID-19-Patientinnen und Patienten, allerdings wirken die Therapien nicht bei allen Betroffenen gleichermaßen. Eine spanische Arbeitsgruppe untersuchte den Nutzen in Abhängigkeit des C-reaktiven Proteins (CRP) und identifizierte CRP-Schwellenwerte für den Einsatz.

In der retrospektiven spanischen Studie wurden insgesamt 3.218 Patientinnen und Patienten eingeschlossen, die mindestens 48 Stunden zuvor wegen Verdacht auf COVID-19 bzw. bestätigter Infektion mit SARS-CoV-2 zwischen Februar 2020 und Februar 2021 in ein Krankenhaus eingeliefert worden waren. Die Erkrankten wurden in CRP-Perzentilen unterteilt, ihre Daten wurden sowohl uni- wie auch multivariat analysiert. Die Patientinnen und Patienten waren im Median 66 Jahre alt, 58,9% waren männlich. Die Rate einer Intensivpflichtigkeit betrug 24,4% und die 30-Tage-Sterblichkeit 11,8%.

Innerhalb der ersten fünf Tage nach stationärer Aufnahme erhielten 1.018 der Betroffenen Dexamethason und 549 Tocilizumab. Die Analyse ergab, dass es zu einer Reduktion der Sterblichkeit durch die Dexamethason-Gabe kam, wenn das CRP über 13,75 mg/dl lag. Die Therapie mit Tocilizimab konnte bereits bei einem CRP über 3,5 mg/dl die Mortalität senken.

Die multivariate Analyse bestätigte beide Grenzwerte als unabhängige Prädiktoren für die Sterblichkeit (p=0,029 und 0,0014). Nach Ansicht der Autorinnen und Autoren können diese Cut-Off-Werte hilfreich sein, um Patientinnen und Patienten für den Einsatz dieser Therapien zu stratifizieren.

[1] Camon AM, Alonso R, Muñoz FJ et al. C-reactive protein cut-off for early tocilizumab and dexamethasone prescription in hospitalized patients with COVID-19. Scientific Reports, 28 Mar 2022, 12(1):5250

https://europepmc.org/article/med/35347166

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