COVID-19 ist ein unabhängiger Risikofaktor für akute ischämische Schlaganfälle

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Eine aktuell publizierte retrospektive Fall-Kontroll-Studie aus New York [1] zeigt, dass eine COVID-19-Infektion eine signifikante unabhängige Assoziation mit dem Auftreten akuter ischämischer Schlaganfälle aufwies. Die Autoren fordern, dass hospitalisierte COVID-19-Patienten diesbezüglich intensiver monitorisiert werden sollten.

In der vorliegenden Studie wurden 41 Patienten aus sechs New Yorker Kliniken eingeschlossen, die einen durch Bildgebung bestätigten akuten ischämischen Schlaganfall aufwiesen. Diese Patienten wurden mit 82 Patienten einer Kontrollgruppe verglichen, bei denen keine bestätigte Schlaganfalldiagnose vorlag. Untersucht wurde, ob der COVID-19-Status das Risiko einer Schlaganfalldiagnose beeinflusste.

Wie sich zeigte, waren in der Gruppe der Patienten mit bestätigtem ischämischen Schlaganfall 46% mit SARS-CoV-2 infiziert, in der Kontrollgruppe hingegen nur 18,3% (p = 0,001). Auch nach Adjustierung bezüglich Alter, Geschlecht und Risikofaktoren blieb eine SARS-CoV-2-Infektion ein signifikanter unabhängiger Risikofaktor für akute ischämische Schlaganfälle. Die Autoren raten daher zu einem intensivierten Schlaganfallmonitoring bei COVID-19-Patienten, führen aber auch die Limitationen ihrer Studie an: Zum einen handelte es sich um eine retrospektive Fall-Kontroll-Studie, zum anderen war die Patientenzahl mit insgesamt 123 relativ gering. Größere randomisierte Studien müssen dieses Ergebnis überprüfen.

Belani P, Schefflein J, Kihira S et al. COVID-19 is an independent risk factor for acute ischemic stroke. American Journal of Neuroradiology 2020. June

http://www.ajnr.org/content/early/2020/06/25/ajnr.A6650