COVID-19 bei Parkinson-Patientinnen/-Patienten in Deutschland

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Eine deutschlandweite Analyse liefert erstmals Daten zu hospitalisierten Patienten/Patientinnen mit Parkinson-Erkrankung und COVID-19. Es zeigte sich, dass 2020 gegenüber 2019 stationäre Behandlungen zeitweise um bis zu 72,7% abgenommen haben. Gegenüber Klinikpatientinnen/-patienten ohne Parkinson-Erkrankung hatten Klinikpatientinnen/-patienten mit M. Parkinson häufiger die Diagnose COVID-19 und sie wiesen auch eine höhere COVID-19-assoziierte Sterblichkeit auf.

Die Querschnitterhebung analysierte Daten von über 5,2 Millionen Hospitalisierungen in 1.468 Kliniken von Januar bis Mai 2020. Darunter waren insgesamt 30.872 COVID-19-Fälle. Datenquelle war die DRG-Datenbank des InEK (Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus).

Zunächst fiel auf, dass im Studienzeitraum gegenüber dem Vorjahr die Zahl aller Klinikbehandlungen insgesamt deutlich abgenommen hatte: von 6.254.091 auf 5.210.432 (entsprechend einem Rückgang um 16,7%). Über den Rückgang vor allem bei Schlaganfällen haben wir berichtet.

Bei M. Parkinson als Einweisungsgrund gingen die stationären Behandlungen von 15.854 (2019) auf 11.262 (2020) zurück; dies entspricht einem Rückgang von 29%.

Die Autoren verglichen Parkinson-Patientinnen/-Patienten mit/ohne COVID-19 sowie COVID-19-Betroffene mit/ohne Parkinson. Bei COVID-19-Patienten mit M. Parkinson lagen häufiger Risiko-Komorbiditäten vor als bei COVID-19-Patienten ohne M. Parkinson, insbesondere eine Hypertonie und chronische Nierenerkrankungen. In der Parkinson-Population waren signifikant mehr SARS-CoV-2-positive Patienten/Patientinnen (693/64.434 = 1,1%) als bei Klinikpatienten ohne M. Parkinson (0,6%; p<0,001), besonders betroffen waren dabei über 65-Jährige. Parkinson-Patienten/-Patientinnen mit COVID-19 waren häufiger männlich und älter als Parkinson-Patienten ohne COVID-19, und die COVID-19-assoziierte Sterblichkeit war bei Parkinson-Patienten/-Patientinnen signifikant höher als bei Nicht-Parkinson-Patienten (35,4% versus 20,7%, p<0,001), besonders in der Altersgruppe 75-79 Jahre. Die Gesamt-Kliniksterblichkeit von Parkinson-Patientinnen/-Patienten war 2020 signifikant höher als 2019 (5,7% versus 4,9%; p<0,001). Prospektive Untersuchungen zu den möglichen Zusammenhängen sind erforderlich.

[1] Scherbaum R, Kwon EH, Richter D et al. Clinical Profiles and Mortality of COVID-19 Inpatients with Parkinson's Disease in Germany. Mov Disord 2021 May; 36 (5): 1049-1057 doi: 10.1002/mds.28586. Epub 2021 May 4.

https://movementdisorders.onlinelibrary.wiley.com/doi/pdfdirect/10.1002/mds.28586