Bildgebung unterstützt Diagnostik von COVID-19-Komplikationen an Nerven, Bewegungsorganen und Weichteilen

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Neben Myalgien, die bei 50 % der COVID-19-Patienten vorkommen, gibt es zunehmend Berichte über weitere neuromuskuläre oder rheumatologische Komplikationen bei SARS-CoV-2-Infektion. Bei der Diagnostik von Myositiden, Neuropathien, Arthropathien und Weichteilveränderungen können bildgebende Verfahren helfen – vom Ultraschall bis zur Magnetresonanztomographie (MRT).

In einem Übersichtsartikel [1] stellen US-Mediziner aus Chicago die verschiedenen Beteiligungen von Nerven, Muskulatur, Gelenken und Weichteilen, die sich bei COVID-19 ergeben können, und die dabei zu erwartenden Befunde für die verschiedenen Bildgebungsmodalitäten vor. So lassen sich beispielsweise bei peripheren Neuropathien Verdickungen der Nerven und ein Verlust der Faszikelarchitektur im MRT oder mittels hochauflösenden Ultraschalls darstellen. Im MRT findet sich ein hyperintenses Signal, im Ultraschall erscheint der Nerv hypoechogen. Bei Myositiden ist die betroffene Muskulatur ödematös, was mit einer Signalverstärkung auf T2-gewichteten oder STIR-Sequenzen einhergeht. Das MRT erlaubt so auch die Lokalisationsbestimmung für eine Muskelbiopsie, die bei der Diagnose einer Myositis immer noch der Goldstandard ist. Ferner hilft die Bildgebung etwa bei der Diagnostik eines Guillain-Barré-Syndroms, bei Zwerchfelldysfunktion, Arthritis, Osteonekrosen, bei Weichteilläsionen wie Hämatomen oder Gangrän infolge von Gerinnungsstörungen oder Lagerungsschäden, sowie bei den sogenannten COVID-Zehen: Bei diesen Frostbeulen-ähnlichen Hautveränderungen, denen vermutlich mikrovaskuläre Gefäßverschlüsse zugrunde liegen, sind am ehesten Knochenmarködeme vor allem der distalen Phalangen zu erwarten.

[1] Ramani SL, Samet J, Franz CKet al.: Musculoskeletal involvement of COVID-19: review of imaging. Skeletal Radiol. 2021;18:1–11.

https://link.springer.com/article/10.1007/s00256-021-03734-7

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