25 Prozent der Kinder und Jugendlichen haben nach COVID-19/MIS-C  anhaltende Beschwerden

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Nach der stationären Behandlung von akuten pädiatrischen COVID-19-Erkrankungen oder eines MIS-C („multisystem inflammatory syndrome in children“) leiden über 25% der Betroffenen für mindestens zwei weitere Monate an persistierenden Symptomen und/oder einer reduzierten allgemeinen Aktivität. Das Risiko war höher, wenn in der Akutphase mehrere Organsysteme involviert waren sowie bei MIS-C mit vorbestehenden respiratorischen Erkrankungen oder Adipositas.

Eine multizentrische Beobachtungsstudie [1] evaluierte prospektiv bei Kindern und Adoleszenten (<21 Jahren), die wegen einer akuten COVID-19-Infektion oder eines MIS-C („multisystem inflammatory syndrome in children“) stationär behandelt wurden, Risikofaktoren für COVID-19-Folgeerkrankungen. Die Daten wurden an 25 pädiatrischen Kliniken in den USA zwischen Mai 2020 und Mai 2021 erhoben, die Nachbeobachtungszeit nach Entlassung lag bei zwei bis vier Monaten. Erfasst wurden Wiederaufnahme, persistierende Symptome (z. B. verstärkte Erschöpfung, Kurzatmigkeit, Husten, Kopfschmerzen, Myalgien) oder eine eingeschränkte Aktivität (vermindertes Aktivitätslevel/körperliche Belastbarkeit, Belastungsintoleranz, reduzierte Laufstrecke, längere Schlafdauer) sowie neu aufgetretene Erkrankungen.

Im Ergebnis waren von 358 Patientinnen und Patienten nach zwei bis vier Monaten Verlaufsdaten von 119/155 (76,8%) Betroffenen mit akuter COVID-19-Erkrankung und von 160/203 mit MIS-C (78,8%) verfügbar. Eine stationäre Wiederaufnahme in der Nachbeobachtungszeit erfolgte nach akuter COVID-19-Erkrankung bei 11% (n=13, davon 12 mit vorbestehenden Problemen, z. B. neurologisch, metabolisch, respiratorisch, gastrointestinal, hämatologisch oder renal) und bei 8% nach MIS-C (n=12, davon die Hälfte mit Vorerkrankungen).

Nach einer akuten COVID-19-Erkrankung wiesen insgesamt 32 Betroffene (26,9%) Folgen auf (persistierende Symptome bei 22,7%; eingeschränkte Aktivität bei 14,3%); nach MIS-C waren es 48 (30%) mit persistierenden Symptomen (20%) und/oder Aktivitätseinschränkungen (21,3%). Nach akuter COVID-19-Erkrankung waren persistierende Symptome sowie Aktivitätseinschränkungen mit einer höheren Zahl zuvor involvierter Organsysteme assoziiert („adjusted risk ratio“/aRR 1,29 sowie 1,37). Kinder mit MIS-C und präexistenten respiratorischen Erkrankungen hatten am häufigsten persistierende Symptome (aRR 3,09); bei präexistentem Übergewicht/Adipositas kam es nach der Erkrankung häufiger zu einer eingeschränkten Aktivität (aRR 2,52).

Die Publizierenden konstatieren, dass zwar die große Mehrheit der betroffenen Kinder nach schwereren COVID-19-Erkrankungen bzw. MIS-C nach zwei Monaten wieder vollständig genesen ist; ein Viertel müsse jedoch weiter medizinisch nachbetreut werden.

[1] Maddux Ab, Berbert L, Young CC et al. Health Impairments in Children and Adolescents After Hospitalization for Acute COVID-19 or MIS-C. Pediatrics 2022 Jun 29. doi: 10.1542/peds.2022-057798. Online ahead of print.

https://publications.aap.org/pediatrics/article/doi/10.1542/peds.2022-057798/188356/Health-Impairments-in-Children-and-Adolescents?autologincheck=redirected

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