18F-FDG-PET als Biomarker bei Neuro-Post-COVID

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Bei neurologischen Post-COVID-Symptomen kann eine Stoffwechseluntersuchung mittels 18F-FDG-PET die Diagnose unterstützen. Offenbar finden sich recht typische Muster eines Hypometabolismus, die jetzt an drei nuklearmedizinischen Zentren in Frankreich validiert wurden [1]. Solche auffälligen PET-Befunde zeigten sich bei etwa der Hälfte der Betroffenen, die man gezielt einer Therapie zuführen könnte.

Es gibt zunehmende Evidenz, dass bei Long- und Post-COVID Hirnfunktionen gestört sind. Nachdem in einer Pilotstudie auffällige Muster eines Hypometabolismus bei neurologischem Post-COVID-Syndrom gefunden wurden, erfolgte nun die visuelle Analyse dieser Muster retrospektiv bei 143 Patientinnen und Patienten an drei französischen nuklearmedizinischen Zentren [1]. Bei den Betroffenen, die durchschnittlich 47 Jahre alt waren, bestand klinisch der Verdacht auf Post-COVID mit neurologischer Beteiligung. 98 waren Frauen. Die 18F-FDG-PET-Untersuchung erfolgte zwischen Anfang August und Ende Oktober 2021, im Mittel 10,9 Monate nach Symptombeginn der COVID-19-Infektion. Während 53% der Scans nach vorgegebenen Kriterien als normal beurteilt wurden, waren 21% mild bis moderat und 26% schwer auffällig.

Das spezifische Muster, für das die Publikation Beispielillustrationen bietet, wurde in allen drei Zentren visuell ähnlich gut identifiziert und eignet sich somit nach Einschätzung der Autorinnen und Autoren für die klinische Routine. Besonders betroffen sind frontobasale paramediane Regionen, der Hirnstamm und das Kleinhirn.

Die qualitative Beurteilung des Hirnmetabolismus auf individueller Ebene kann dazu beitragen, eine mögliche Beeinträchtigung im Rahmen von Post-COVID zu objektvieren. Zugleich lassen sich Differenzialdiagnosen wie Enzephalitis oder neurodegenerative Erkrankungen abgrenzen. Das Muster unterscheidet sich nach Erfahrung der Autorinnen und Autoren klar von dem bei neurodegenerativen und psychiatrischen Erkrankungen. Zugleich passe die Verteilung der Auffälligkeiten gut zu typischen Post-COVID-Symptomen wie Verlust des Geruchssinns, emotionale Störungen, Störungen von Gedächtnis, Motorik, Gleichgewicht sowie autonomer Dysfunktion.

Die Objektivierung von Hirnveränderungen könnte Betroffenen helfen, dass ihre Behinderungen medizinisch und sozial anerkannt werden, und verhindere ein „Ärzte-Hopping“. Stattdessen könne man sie gezielt beraten und mit einer symptomorientierten Therapie unterstützen.

[1] Verger A, Kas A, Dudouet P et al. Visual interpretation of brain hypometabolism related to neurological long COVID: a French multicentric experience. Eur J Nucl Med Mol Imaging. 2022 Mar 23:1–6.

https://link.springer.com/article/10.1007/s00259-022-05753-5

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