Erfahrungsberichte von Prüfenden

Interview mit Prof. Dr. med. Klaus Jahn, Prüfungscoach, Schön Klinik Bad Aibling

Sie führen in Bad Aibling bereits seit mehreren Jahren erfolgreich das Prüfungscoaching durch. Was ist Ihre Motivation dahinter?

Bei meinen Staatsexamen-Prüfungen an der LMU in München merke ich, dass die Nervosität der Studierenden oft groß ist und immer wieder die gleichen Verhaltensweisen auftreten. Auch wenn die meisten Prüfungskandidaten recht gut sind, gibt es eigentlich immer ein paar Tricks mit denen sich das Auftreten authentischer und sicherer gestalten lässt. Wir haben gemerkt, für die Studierenden ist es hilfreich, die Sicht des Prüfers in entspannter Atmosphäre kennenzulernen und den Prüfungsablauf einmal durchzuspielen. Viele sind überrascht, wie schnell die Zeit vergeht. Das Prüfungscoaching spricht sich rum und es melden sich jedes Semester viele Leute zu den Terminen an. Für unsere Klinik hat das den zusätzlichen Effekt, dass Studierende, die an der Neurologie interessiert sind, unsere Weiterbildungsklinik vor den Toren Münchens einmal selbst kennengelernt haben.

Was sind die Vorteile des Prüfungscoachings für die Studenten?

Es ist schwer, sich den Ablauf der Prüfung vorzustellen. Nach meiner Erfahrung ist es für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sehr beruhigend zu sehen, dass sie frei sprechen können und ruhig etwas von ihrem Wissen präsentieren können, das ja alle nach 6 Jahren Studium haben. Ich denke die Nervosität wird durch eine Generalprobe reduziert und der Fokus wird noch einmal auf die wichtigen Aspekte des Auftretens in der Prüfung gelenkt.

Welche Vorteile sehen Sie für die Prüfenden?

Es ist schade, wenn die Prüflinge nicht ihr volles Potenzial ausschöpfen, und es macht Spaß dabei zu helfen, dass alle optimal vorbereitet sind. Als Chefarzt einer Neurologischen Klinik lerne ich auf diese Weise eine ganze Reihe motivierter und begabter Nachwuchs-Neurologen kennen. Das ist ja auch nicht schlecht.

Was sind Ihre wichtigsten Tipps für die Mündliche Prüfung?

Drei Punkte sind wichtig:

  1. Haben Sie Vertrauen in das, was Sie gelernt haben über die Jahre. Kein Grund für übermäßige Angst vor der Prüfung.
  2. Bemühen Sie sich um ein klares Schema im Kopf, mit dem Sie jederzeit vom Leitsymptom ausgehend ein klinisches Problem aufrollen können. Häufiges ist häufig, Seltenes ist selten.
  3. Sprechen Sie nicht ungefragt Themen an, zu denen Sie keine Nachfragen gebrauchen können. Das können Sie sich ersparen.

Vorträge Kongressportal

Auf dem Kongress-Portal der DGN stehen drei interessante Vorträge aus der Session „Prüfungscoaching – Dos & Don´ts“ vom Online-Kongress 2020 noch bis November 2021 zur Verfügung:

https://www.dgnvirtualmeeting.org/#!webcasts/order=primary_event_starts_at&event_ids=261&resourcetype_ids=5&page=1&contentsession_ids=46360

Zum Ansehen ist ein Login auf dem Kongress-Portal der DGN notwendig. Verwenden Sie bitte die Anmeldedaten vom Online-Kongress. Eine nachträgliche Registrierung ist für Studierende nach wie vor über das Portal kostenfrei möglich.

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